Pause im Sand

Das Berner Beachsoccer-Frauenteam BSC Sablun nimmt nicht an der NLA-Saison teil.

Claudia Hirsig (M.) und Co. setzen mit Trainings aus. Foto: Raphael Moser

Claudia Hirsig (M.) und Co. setzen mit Trainings aus. Foto: Raphael Moser

Peter Berger@PeterBerger67

Am Wochenende macht die Beachsoccer-Szene einen Halt in Schwarzsee, der zweiten Station nach dem Auftakt in Winterthur am vergangenen Wochenende. Der BSC Sablun fehlt auch in der freiburgischen Tourismusdestination. «Wir setzen eine Saison aus», erklärt Claudia Hirsig. Die Präsidentin nennt auch gleich den Grund: «Wir sind zu wenig Spielerinnen.»

Das erstaunt. Nachdem sich die Frauenteams von Ostermundigen und Biel 2017 aufgelöst hatten, wechselten vor einem Jahr mehrere Spielerinnen zu ­Sablun. 22 Akteurinnen hatte Trainerin Selin Lopez vergangene Saison im Kader.

Dennoch konnte das Maximalaufgebot von zwölf Feldspielerinnen und einem Goalie nicht immer ausgeschöpft werden (in einer Partie stehen im Beachsoccer pro Team immer vier Spiele­rinnen plus ein Goalie auf dem Feld). «Vor allem gegen Ende Saison kamen immer weniger», erklärt Hirsig.

Praktisch an jedem Wochenende wird in der kurzen Saison zwischen Juni und dem Saisonfinale Mitte August in Spiez gespielt. Die Austragungsorte befinden sich nicht vor der Haustür, heissen Winterthur, Schwarzsee, Emmen, Birr, Jona, Liestal, Spiez. «Der Aufwand ist gross», sagt Hirsig und verweist darauf, dass im Sommer bei den Spielerinnen auch Besuche von Musik-Open-Airs oder andere Sportarten auf dem Programm stünden. Viele seien zudem im Job stark engagiert.

Die Berufe sind unterschiedlich: Psychologin, Juristin, Analystin, Sozial­pädagogin, Schreinerin oder Kosme­tikerin. Dass die Equipe die vergangene NLA-Saison auf dem siebten und letzten Platz abschloss, sei nicht ausschlaggebend gewesen. «Beachsoccer bedeutet Spass. Der Rang war uns noch nie wichtig», betont Hirsig. Alle Akteurinnen pausieren nun, einzig Sandra Maurer hat das Team verlassen.

Die Nationalspielerin schloss sich Schweizer Meister Chargers Baselland an. Für Hirsig ist klar: «Wir hätten neue Spielerinnen suchen müssen, um den Saisonbetrieb garantieren zu können. Aber niemand brachte dazu die Motivation und die Energie auf.»

Die Belperin hatte den Club im Februar 2013 mit zwei damaligen Wohnpartnerinnen gegründet. Gerne hätte die Geschäftsführerin der gleichnamigen Hirsig Getränketechnik AG nun das Präsidentenamt abgegeben. «Doch leider liess sich keine Nachfolgerin finden.» Auch Trainerin Lopez hätte nach drei Jahren diese Saison nicht mithelfen können, ein Ersatz war ebenfalls nicht vorhanden.

Das Team verzichtet diesen Sommer ganz auf Beachsoccer, auch Trainings auf dem Platz der Sportanlage Füllerich in Gümligen finden nicht statt. Die Pause beschränkt sich indes auf den Sand. «Wir sind alles Freundinnen und treffen uns regelmässig, halt zum Grillieren und nicht um Sport zu treiben.» Hirsig geht davon aus, dass das Team nächste Saison in den Meisterschaftsbetrieb zurückkehren wird. «Ich bin sicher, dass diesen Sommer früher oder später alle den Sand vermissen werden.»

Berner Zeitung

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