Thuns Härte unterliegt Huttwils spielerischer Klasse

Huttwil hat das erste Playoff-Viertelfinalspiel gegen Thun 6:1 gewonnen. DieKräfteverhältnisse in dieser Serie scheinen klar.

Huttwils Adrian Steiner (rechts) beschäftigt Thuns Goalie Stephan Küenzi. Foto: Marcel Bieri

Huttwils Adrian Steiner (rechts) beschäftigt Thuns Goalie Stephan Küenzi. Foto: Marcel Bieri

Überraschend lief aufseiten des EHC Thun im ersten Viertelfinalspiel in Huttwil Captain und Topskorer Joel Reymondin auf. Der 27-jährige Center hatte noch eine Woche zuvor keine Gedanken an einen Einsatz verwendet. Dann aber klang seine Knochenhautentzündung so weit ab, dass er zweimal trainieren und zum Playoff-Start ins Geschehen eingreifen konnte.

Bereits in der 3. Minute war er erfolgreich. Nach einem Scheibenverlust der Gastgeber zog Reymondin alleine auf Huttwils Torhüter Lukas Gasser und bezwang diesen in Unterzahl zum 1:0 für die Oberländer. Es sollte jedoch das einzige Erfolgserlebnis der Gäste bleiben. Huttwil übernahm rasch die Kontrolle über das Spiel, war die bessere Mannschaft und ging mit dem 6:1-Erfolg in der Best-of-5-Viertelfinalserie 1:0 in Führung.

Huttwils Effizienz

Thun trat mit nur 17 Feldspielern, 3 weniger als der Gegner, an und versuchte, die Oberaargauer durch hartes Spiel auf den Körper aus dem Tritt zu bringen. «Wir hatten uns darauf eingestellt», sagte Huttwils zweitbester Skorer Adrian Steiner. «Das Spiel habe ich nicht als übermässig hart empfunden.» Nur führte die Spielweise der Gäste gleich zu Beginn zu einigen Ausschlüssen.

Manuel Neff wurde bereits in der 4. Minute wegen eines Kniestichs gegen Roman Messerli mit fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe unter die Dusche geschickt. Messerli kehrte später wieder aufs Eis zurück, wurde gegen Spielende aber nicht mehr eingesetzt. Genauso wie Reymondin, der schonungshalber das letzte Drittel von der Bande aus verfolgte.

«Ich weiss nicht, ob das ein Foul war», äusserte er sich zur Sanktion gegen seinen Teamkollegen, der zum zweiten Mal in dieser Saison vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde und daher eine automatische Spielsperre zu gewärtigen hat. Die Huttwiler agierten am Anfang in Überzahl effizient. Nur 13 Sekunden nach Reymondins Treffer glich Steiner aus. Während Neffs Ausschluss stellten Patrick Meyer und Fabian Born mit ihren Treffern zum 2:1 und 3:1 die Weichen frühzeitig auf Sieg.

Die Thuner versuchten danach, eine Wende zu schaffen. Insgesamt besassen sie aber zu wenige spielerische Mittel, um die ausgeglichen und mit vier Linien besetzten Huttwiler zu gefährden. Sandro Hain entschied mit seinem Treffer zum 4:1 26 Sekunden vor Schluss des zweiten Drittels das Spiel. Hain konnte gegen Ende des Spiels wie Messerli nicht mehr eingesetzt werden.

Im breiten Huttwiler Kader, in dem vor dem Playoff-Start kein Spieler verletzt gemeldet worden war, könnten Ausfälle der beiden Akteure für das zweite Spiel am Dienstag in Thun problemlos kompensiert werden. Mit Verteidiger Matteo Gasser und Stürmer Renato Schütz sassen zwei Akteure am Samstag nur auf der Tribüne; sie können problemlos ins Team eingebaut werden.

«Wenn wir auf diesem Weg weiterfahren, kommt es gut», sagte Steiner. «Die Härte müssen wir beibehalten, aber weniger Strafen kassieren», nannte Reymondin ein Rezept, um in Thun zum Erfolg zu kommen. «Dazu müssen wir die Scheibe mehr aufs Tor bringen.» Denn auf der spielerischen Ebene, das wurde deutlich, ist Huttwil das klar bessere Team.»

Berner Zeitung

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