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Verteidigerin mit Stürmerblut

Nadia Reinhard aus Bowil war einst Stürmerin, ab Samstag spielt die 25-jährige Unihockeyspielerin von Skorpion Emmental Zollbrück aber als Verteidigerin an der Heim-WM in Neuenburg.

Nadia Reinhard überzeugt in der Verteidigung mit viel Übersicht.
Nadia Reinhard überzeugt in der Verteidigung mit viel Übersicht.
Patric Spahni

Die neue Rolle basierte auch auf einem Quäntchen Zufall. Eigentlich war Nadia Reinhard bei ihrem Verein Skorpion Emmental Zollbrück als Stürmerin für die Torproduktion zuständig. Doch wegen Personalnot in der Abwehr wurde sie für eine Partie kurzfristig zur Verteidigerin umfunktioniert, was auch Nationaltrainer Rolf Kern nicht verborgen blieb, der bei diesem Spiel als Späher in der Halle zugegen war.

Was er von Reinhard sah, gefiel ihm sehr. Denn die Emmentalerin überzeugte auf einer ungewohnten Position mit ihrer Ruhe am Lochball, sie gestaltete das Spiel umsichtig von hinten heraus mit Übersicht und agierte als Verteidigerin so abgeklärt, als hätte sie nie auf einer anderen Position agiert. Prompt bot Nationalcoach Kern die in Bowil wohnhafte Schreinerin für den nächsten Zusammenzug für die Landesauswahl auf – als Verteidigerin, nachdem sie zuvor auch schon Aufgebote als Stürmerin erhalten hatte.

«Ich weiss aber nicht, ob ich es als Stürmerin je an eine WM geschafft hätte», sagt die 25-Jährige. Reinhard machte ihre Sache in den Trainings als Verteidigerin im Kreis des Nationalteams so gut, dass sie prompt auch für die WM 2017 in der Slowakei ein Aufgebot erhielt, wo sie dann zusammen mit ihren Teamkolleginnen nach einem 3:2-Sieg gegen Tschechien im kleinen Final die Bronzemedaille gewann.

Grosse Vorfreude auf WM

«Als Juniorin spielte ich immer als Stürmerin, es kam für mich eigentlich gar nie etwas anderes infrage», sagt Reinhard, die dann aber schnell auch Gefallen an der neuen Rolle fand. «Es ist natürlich schon anders, als Verteidigerin aufzulaufen, wenn man plötzlich das ganze Feld vor sich hat. Aber es macht auch sehr viel Spass, von hinten heraus das Spiel aufzubauen.» Nur manchmal ertappe sie sich noch dabei, dass ihr altes Stürmerblut aufflackere und sie am liebsten an vorderster Front auch Punkte sammeln möchte, sagt Reinhard schmunzelnd.

Seit der Weltmeisterschaft 2017 spielt die Emmentalerin übrigens auch in ihrem Club in der Nationalliga A fix in der Abwehr, ab Samstag wird sie mit der Nationalequipe ihre zweite Weltmeisterschaft (7.–15. Dezember) als Verteidigerin in Angriff nehmen.

Dass die Titelkämpfe dabei in Neuenburg in der Heimat stattfinden, «macht das Ganze noch etwas spezieller», erzählt Reinhard. Die Vorfreude sei riesig, und die Zuversicht im Team sei gross. «Wir hatten erst gerade noch ein Trainingslager, in dem es nicht nur um technische und taktische Sachen ging. Das Teambuilding war ein wichtiger Aspekt, und deshalb glaube ich, dass wir als Gruppe sehr gut vorbereitet in die WM steigen werden.»

Endlich verletzungsfrei

In den letzten zwei Jahren hatte die gebürtige Zäziwilern – «in meinem Heimatort Zäziwil regierte zu meiner Zeit als Kind ein Unihockey-Virus, das auch mich zur Sportart brachte» – mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Zuerst riss sie sich das Innenband, und in der letzten Saison musste sie sich mit einer Kreuzbandverletzung herumschlagen.

Nun fühlt sich der Captain von Skorpion Emmental Zollbrück aber rechtzeitig für die Weltmeisterschaft topfit und wird ohne Beschwerden auflaufen können. «Wir werden positiv und vor allem auch ohne Angst zur WM antreten und probieren, so gut wie möglich abzuschneiden», sagt Reinhard.

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