Von genial bis Kreisklasse

Herzogenbuchsees Handballerinnen verlieren gegen Zug erneut klar. Trainer Beat Flury ist frustriert.

Stefanie Eugster (Mitte) versucht sich am Kreis durchzusetzen.

Stefanie Eugster (Mitte) versucht sich am Kreis durchzusetzen.

(Bild: Marcel Bieri)

Reto Pfister

Herzogenbuchsees Frauen spielen schnellen und attraktiven Handball, die technischen Fertigkeiten jeder Spielerin sind erkennbar. «Das sagen auch mir viele Leute», sagt Trainer Beat Flury. «Nur nützt das nichts, wenn die Leistungen so ausfallen wie seit Beginn der Meisterschaft.» Einen einzigen Punkt haben die Oberaargauerinnen in sieben Spielen bisher geholt, auch am Sonntag blieben sie chancenlos: Herzogenbuchsee unterlag im Heimspiel Zug 25:37.

Bei den Innerschweizerinnen handelt es sich um die derzeit beste Schweizer Equipe, ein Erfolg wäre eine grosse Überraschung gewesen. Flury war denn auch nicht in erster Linie über die Niederlage frustriert, sondern über die Darbietung seines Teams. «Wir haben viele Angriffe nicht so ausgespielt, wie es unser Spielkonzept eigentlich vorsieht», monierte er. «Und kassieren immer noch zu viele Gegentore.»

Nur eine erfahrene Spielerin

Herzogenbuchsees Spielerinnen sind bis auf eine Ausnahme 23-jährig und jünger, die Hälfte des Kaders ist gar erst zwischen 17 und 20 Jahre alt. Captain Sarah Baumgartner (29) ist die einzige Akteurin mit grösserer NLA-Erfahrung im Team. Sie sollte als Spielmacherin das Team führen. «Sie ist seit Saisonbeginn in keiner guten Form», äussert sich Flury zu den Leistungen seiner Führungsspielerin.

Die jungen HVH-Akteurinnen zeigen noch stark schwankende Leistungen. Gegen Zug fiel Stefanie Eugster (17) positiv auf. Die kräftige Kreisläuferin konnte sich immer wieder gegen wesentlich routiniertere Abwehrspielerinnen durchsetzen.

An längere Spieleinsätze gewöhnen müssen sich die beiden Goalies. Leandra Lüthi (19) und Florence Witschi (23) waren in den letzten Jahren die Ersatztorhüterinnen hinter Nadine Steinemann, die im letzten Frühling zurückgetreten ist. «Manchmal genial, manchmal Kreisklasse», beschreibt Flury das Problem seiner wenig erfahrenen Equipe im bisherigen Saisonverlauf. 

Drei Auswärtsspiele stehen noch auf dem Programm, ehe die Meisterschaft ab Mitte November bis Ende Jahr wegen der EM-Pause ruht. Für zwei dieser drei Partien formuliert Flury eine klare Forderung. «Gegen Yellow Winterthur und Leimental müssen wir punkten», sagt er. Yellow ist punktelos Tabellenletzter, Leimental ist mit 3 Punkten unmittelbar vor dem HVH klassiert.

Auch Niederlagen in diesen Spielen haben aber keine unmittelbaren Folgen. Für die im Februar beginnende NLA/NLB-Auf-/Abstiegsrunde werden keine Punkte mitgenommen, Herzogenbuchsees Frauen haben noch genug Zeit, sich in Form zu bringen. Es ist nicht geplant, das Team noch zu verstärken. «Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir unser Ziel erreichen können», sagt Flury. Das HVH-Team will sich gegenüber der letzten Saison um einen Rang auf Platz 5 verbessern. Damit dies gelingt, muss noch viel Arbeit verrichtet werden.

Berner Zeitung

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