Von schnellen und effizienten Gästen überfahren

Huttwil ist der Start in den Playoff-Halbfinal mit einem 1:5 gegen Valais Chablais missglückt.

Patrick Meyer (Huttwil, links) bringt Tom Merola aus dem Tritt.

Patrick Meyer (Huttwil, links) bringt Tom Merola aus dem Tritt.

(Bild: Marcel Bieri)

Reto Pfister

Huttwil und Valais Chablais sind Mannschaften, die mit spielerischen Mitteln den Erfolg suchen. Wenn dann auch noch ein Headschiedsrichter in strittigen Situationen darauf verzichtet, Strafen auszusprechen, und stattdessen das Spiel laufen lässt, kommt eine Begegnung wie die gestrige zustande.

Die Scheibe zirkulierte schnell, beide Teams kamen immer wieder zu Torchancen. Im Duell zwischen dem Zweiten und dem Dritten der Qualifikation präsentierte sich die Ausgangslage auf dem Papier offen. Nach dem ersten Spiel liegen die Vorteile aufseiten der Walliser, die ab dem zweiten Abschnitt dominierten und das erste Halbfinalspiel 5:1 für sich entschieden.

Strafen brachten Wende

Huttwil hielt im ersten Drittel gut mit und ging durch einen frühen Treffer von Yannick Lerch auch 1:0 in Führung. Die ersten Strafen der Partie brachten die Wende zugunsten der Gäste. Torhüter Lukas Gasser wurde wegen Beinstellens mit einem Zwei-Minuten-Ausschluss belegt. Marco Blaser nahm für ihn auf der Strafbank Platz. Fünf Sekunden später folgte ihm Michael Minder wegen einer Spielverzögerung; er hatte die Scheibe über die Bande ins Aus befördert. Bei beiden Vergehen handelte es sich um unglückliche Aktionen, die sofort Gegentreffer zur Folge hatten. Valais Chablais brauchte in doppelter Überzahl nur 27 Sekunden, um auszugleichen.

Danach übernahmen die Walliser die Herrschaft auf dem Eis. Sie agierten mit enorm hohem Tempo und überforderten damit die Oberaargauer. Deren Torwart Lukas Gasser erwischte zudem keinen besonders guten Abend; am Treffer zum 1:2 war er nicht schuldlos. Die Gäste waren zudem sehr effizient. Beim dritten Huttwiler Ausschluss in der 37. Minute benötigten sie gar nur 14 Sekunden, um zu treffen.

Zu Beginn des letzten Drittels waren sie gleich mit der ersten Chance erfolgreich. Huttwil kam nochmals mit Elan aus der Pause, Topskorer Patrick Meyer suchte gleich den direkten Weg zum Tor. Nach seinem Abschlussversuch setzten die Walliser umgehend zum Konter an; sie erzielten daraus das 5:1. Das Spiel war vorzeitig entschieden.

Zu kompliziert

Es war nicht so, dass Huttwil im zweiten und dritten Spielabschnitt keine Chancen mehr gehabt hätte. Oft agierte das Heimteam jedoch vor dem gegnerischen Tor zu kompliziert, um aus einer guten Möglichkeit eine hundertprozentige Gelegenheit zu machen, auch fehlte es manchmal an der nötigen Handlungsschnelligkeit. In Sachen Gefährlichkeit vor dem gegnerischen Gehäuse müssen sich die Oberaargauer im weiteren Verlauf der Best-of-5-Serie steigern.

Dazu kommt, dass Valais Chablais die Spielweise von Huttwil wohl besser liegt als das mit einer grossen Portion Kampfkraft gewürzte Spiel des Viertelfinalgegners Wiki-Münsingen. Gegen die Aaretaler hatte sich das Team aus Martigny erst in der Verlängerung des fünften Spiels durchgesetzt. Eine Prise «Wiki-Hockey» würde möglicherweise nicht schaden, um aus Huttwiler Sicht die Serie noch erfolgreich zu gestalten.

Berner Zeitung

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