Wacker Thun im Sommerschlaf

Auf die Kanterniederlage im Supercup lässt Wacker Thun zum Meisterschaftsstart ein 30:36 in Schaffhausen folgen.

Cedric Manse, am Samstag dreifacher Torschütze, setzt zum Wurf an (Archivfoto).

Cedric Manse, am Samstag dreifacher Torschütze, setzt zum Wurf an (Archivfoto).

(Bild: Markus Grunder)

Adrian Horn

Und dann, in der vierten Halbzeit 2019/2020, scheinen die Thuner doch in der neuen Saison angekommen zu sein. Drei Treffer beträgt ihr Rückstand bloss noch, nachdem sie 1:8 und 2:11 im Hintertreffen lagen.

Die Leistungssteigerung hat eine Menge mit Regisseur Ivan Wyttenbach zu tun. Obwohl angeschlagen, ist der Topskorer der letzten Spielzeit eingewechselt worden, Mitte der ersten 30 Minuten, als Wacker gegen den Erzrivalen nach desaströsem Beginn eine besonders heftige Kanterniederlage drohte.

Näher werden die Berner Oberländer den Kadetten nicht rücken an jenem Tag. Die Schaffhauser enteilen erneut, führen wieder deutlich. 36:30 gewinnen sie die zweite Begegnung der Ligagrössen innerhalb von sechs Tagen, nachdem die Nordostschweizer Martin Rubins Team im Supercup deklassierten.

Dieses also startet mit einer Niederlage in die Meisterschaft. Eine Überraschung ist dies angesichts der Umstände nicht. Mit Nicolas Raemy, Flavio Wick, Luca Linder, Ron Delhees und Damien Guignet musste erneut eine Vielzahl wichtiger Kräfte verletzt passen; Nino Gruber und Marco Giovanelli wurden bei Steffisburg benötigt.

Felders Fehler

Vermisst wurden in den Reihen des Cupsiegers vornehmlich die Linkshänder. Jene, die mittun konnten, erwischten keinen guten Tag. Captain Jonas Dähler verwarf ungewohnt oft; Gabriel Felder – heuer als Flügel eingeplant, mangels Alternativen lange im rechten Rückraum tätig – war phasenweise überfordert, ermöglichte dem Meister zu Beginn mehrere Gegenstösse, indem er technische Fehler beging.

«Wir sind bereit», hatte Routinier Linder auf Wackers Website vor dem Saisonauftakt angekündigt. Möglicherweise war das ein Irrtum gewesen. Wie am Wochenende davor hinterliessen die Thuner einen schlechten Eindruck, auch wenn sie sich leicht verbessert zeigten und eine Klatsche zu verhindern vermochten.

Vor dem ersten Heimspiel

9 Tore erzielte Wyttenbach, genauso wie Nicolas Suter. Die beiden Aufbauer waren die Einzigen, die regelmässig trafen. Sie werden übermorgen in ähnlichem Stil auftrumpfen müssen. Auf Pfadi trifft Wacker da im ersten Heimspiel der Saison und damit auf einen weiteren Spitzenclub. Nach den missratenen Darbietungen ist es aus Sicht der Oberländer angezeigt, zu erwachen – der Sommer ist zu Ende.

Kadetten - Wacker 36:30 (20:14)

486 Zuschauer. – Wacker: Winkler; Holm (3), Felder (1), Dähler (2), Suter (9), Lanz (1), Wyttenbach (9/2), Friedli (2), Simon Huwyler, Manse (3), Stefan Huwyler.

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