Weniger Stress am Heimanlass

Lukas Heppler ist noch nicht voltigemüde. Er ist auch in die Organisation des CVI Switzerland involviert, der am Freitag im Nationalen Pferdezentrum in Bern beginnt.

Lukas Heppler beim CVI Bern im Jahr 2017.

Lukas Heppler beim CVI Bern im Jahr 2017.

Reto Pfister

Einer der Saisonhöhepunkte steht bevor. Vom Freitag bis zum Pfingstmontag findet im Nationalen Pferdezentrum in Bern der CVI Switzerland statt. Lukas Heppler ist in zweierlei Dingen gefordert. Einerseits nimmt der beste Schweizer Voltigierer am Wettkampf teil, anderseits ist er Co-Präsident des Anlasses.

«Bei der fünften Austragung haben sich die Abläufe bei der Organisation eingespielt, der Stress ist nicht mehr so gross wie beim ersten Mal», sagt Heppler. Es wird nicht mehr passieren, dass sich der Berner am Handy be­findet und irgendwelche Dinge regelt, wenn er sich eigentlich schon auf einen Wettkampfteil vorbereiten sollte.

Der Burgdorfer wird den CVI auf dem 9-jährigen Wallach Colonel bestreiten, den das Nationale Pferdezentrum in Bern vor zwei Jahren erwarb. Dies, nachdem Waimar, das langjährige Voltigepferd der Berner, in den wohlverdienten Ruhestand entlassen worden war. Colonel musste jedoch zuerst an den Wettkampfsport herangeführt werden. In den letzten zwei Jahren hat Heppler daher bei Weltcupanlässen und Titelkämpfen auf fremden Pferden seine turnerischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt.

Dies ist an und für sich kein Problem. Die Voltigierer sind wie eine grosse Familie, man hilft sich gegenseitig aus. Heppler ist schon auf einem österreichischen Pferd oder einem der in der Schweiz führenden Ostschweizer Gruppe Lütisburg angetreten, zuletzt mit Acardi van de Kapel. Nun ist Colonel so weit, um auf hohem Niveau eingesetzt zu werden. «Zwei Jahre Aufbauzeit sind nicht unüblich», sagt Heppler. «Wir sind im Fahrplan.»

360-Grad-Drehung

Für die kommende EM Ende Juli in Ermelo (NED) hat er keine resultatmässigen Erwartungen. «Es ist Colonels erster Titelkampf, ich wage keine Prognose, wie es herauskommt», sagt der Emmentaler, der noch lange nicht voltigemüde ist. Das Niveau wird immer höher, in Frankreich und Deutschland gibt es Voltigierer, die quasi Profis sind.

In der Schweiz ist dies nicht möglich, Heppler arbeitet zu 90 Prozent als Informatiker; sein Arbeitgeber ermöglicht ihm, das Pensum flexibel zu gestalten. Der Burgdorfer kann dennoch mithalten. «Meine Karriere ist schon sehr lang, ich gehe gelassen mit den höheren Herausforderungen um, die an mich gestellt werden», sagt er.

Und er wagt sich auch immer wieder an etwas Neues. So zeigte er am Weltcupfinal im Frühling einen Sprung mit 360-Grad-Drehung, den er im Training immer wieder versucht hatte. Und der Sprung gelang.

2020 bei der WM in Schweden wird er sicher noch dabei sein, 2022 stehen dann die nächsten Welttitelkämpfe an. Vermutlich nicht mehr in Form von Weltreiterspielen. Dem Voltigesport könnte so die grösste Plattform auf internationaler Ebene abhandenkommen, ist er doch nicht olympisch.

Noch besteht jedoch die Möglichkeit, dass es zu einer Multidisziplinen-WM kommen könnte. Und Lukas Heppler immer noch dabei ist. Und er die Einzelmedaille an Europa- oder Weltmeisterschaften gewinnt, die in seinem Palmarès noch fehlt.

Berner Zeitung

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