Wiler-Ersigen im Teufelskreis

Wiler-Ersigen befindet sich derzeit in einer kleinen Baisse. Bei der 5:7-Niederlage gegen Chur scheiterte der SVWE einmal mehr an der kläglichen Chancenverwertung.

Die Jungen zahlen Lehrgeld: Wiler-Ersigens erst 19-jähriger Stürmer Michal Dudovic (links) gerät ins Straucheln. Foto: Manuel Zingg

Die Jungen zahlen Lehrgeld: Wiler-Ersigens erst 19-jähriger Stürmer Michal Dudovic (links) gerät ins Straucheln. Foto: Manuel Zingg

Adrian Lüpold

Es ist wie in einem Teufelskreis. Schlägt das Runde trotz etlichen Chancen nicht oft genug im Eckigen ein, nagt das irgendwann am Selbstvertrauen. Jeder Teamsportler kennt dieses Gefühl der Ohnmacht, wenn das Spielgerät trotz aussichtsreichster Abschlussposition nur an der Torumrandung landet, knapp am Gehäuse vorbeistreicht oder der gegnerische Torhüter gerade sein Spiel des Lebens abliefert. 

Die Akteure von Rekordmeister Wiler-Ersigen befinden sich seit ein paar Wochen in dieser Situation, die sonntägliche Heimpartie gegen Chur, die trotz eines riesigen Chancenplus in einer bitteren 5:7-Pleite mündete, war exemplarisch. «Wir hatten gemäss Statistik etwa 80 Abschlüsse, erzielen aber nur fünf Tore. Wir sind Wiler-Ersigen und haben das Selbstverständnis, immer gewinnen zu wollen. Deshalb ist die aktuelle Negativspirale unbefriedigend», sagt Verteidiger Nicola Bischofberger, der gegen Chur nicht nur wegen seiner zwei Tore zu den auffälligsten Akteuren gehörte.

Das Glück erzwingen

Die Niederlage gegen die Bündner war die dritte in Folge in der eigenen Halle (zwei in der Meisterschaft sowie das Aus im Cup gegen GC) für das stolze Wiler-Ersigen und bereits die fünfte in der regulären Spielzeit in der aktuellen Saison. Zum Vergleich: In der gesamten letzten Saison inklusive Playoff verlor der SVWE nur vier Spiele nach 60 Minuten. «Jeder von uns muss eine Schippe drauflegen, noch mehr investieren und intensiver für das Team arbeiten. Wir müssen das Glück auf unsere Seite zwingen», erklärt Nationalspieler Bischofberger.

Ein Grund für die kleine Baisse – der SVWE liegt in der Tabelle ja trotzdem auf dem starken 2. Rang – könnte auch in der Jugendlichkeit des Kaders liegen. Unerfahrene Spieler hadern in Situationen, in denen es suboptimal läuft, wohl schneller als gestandene Routiniers. Doch die Verantwortlichen stehen laut Präsident Reto Luginbühl nach wie vor hinter dem Verjüngungsprozess, der bereits in der letzten Saison bewusst eingeläutet worden war.

«Zwar stimmten die Resultate in den letzten Runden nicht mehr wie gewünscht, aber wir sind nach wie vor von unserem Weg überzeugt, zumal wir ja in der Tabelle immer noch gut dastehen», sagt Luginbühl. Bischofberger, der mit seinen 24 Jahren bereits zu den Etablierteren gehört, schlägt in die gleiche Kerbe: «Wir verfügen über extrem viel Potenzial, und bald werden die Leistungen auf dem Feld wieder stimmen.» 

Und womöglich hat die Resultatkrise im Hinblick auf das Playoff auch etwas Gutes. Letzte Saison war sich die Mannschaft Niederlagen und Rückstände kaum gewohnt und hatte dann im Final Mühe zu reagieren, als sie gegen Floorball Köniz im Rückstand lag. «Wir merken, dass es in dieser ausgeglichenen Liga nur mit hundert Prozent Leistung geht. Das kann uns auch im Playoff helfen», sagt Bischofberger. 

Berner Zeitung

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