«Wir sind noch nicht ganz über dem Berg»

Eishockey

Nico Dünner ist einer der besten Schweizer Skorer beim SC Langenthal

Nico Dünner sorgt für Torgefahr.

Nico Dünner sorgt für Torgefahr.

(Bild: Marcel Bieri)

Ligaweit war Langenthals Dreizack Stefan Tschannen, Jeff Campbell und Brent Kelly gefürchtet. Die drei Angreifer lagen in der Skorerliste nach zehn Runden oft weit vor Freund (den eigenen Mitspielern) und Feind (der Liga-Konkurrenz). Dieses Prunkstück der Langenthal-Offensive prägte eine Epoche und holte 2012 und 2017 den Titel. Doch die Paradelinie ist zumindest vorläufig nicht mehr derart dominant: Jeff Campbell fällt noch lange aus, sein Ersatz Kim Karlsson kommt in der laufenden Saison nur auf 0,2 Punkte pro Spiel und Brent Kelly (0,7) gegenwärtig auch auf weniger Punkte als früher. 

Kein grosses Interesse

In dieser Saison liegen in der internen Skorerliste drei Spieler mit gleich vielen Punkten an der Spitze, Tschannen, Kelly und Nico Dünner kommen auf je sieben Zähler. Der Angreifer der zweiten Linie hat also mit den internen Stars gleichgezogen. «Ich schaue das nicht gross an», sagt  Dünner. «Ich schaue immer nur, wo das Top-Skorer-Shirt am Match-Tag hängt. Mich interessieren Skorerpunkte nicht gross.» Er bezeichnet sie als «schöner Zusatz.».Selbst so weit vorne in der internen Skorerliste zu sein und das Shirt womöglich nach dem Visp-Spiel sogar übernehmen zu können sei «sicher etwas spezielles, aber auch etwas ungewohntes. Ich sehe mich nicht als der Spieler, der extrem viele Punkte produziert, ich versuche eher dem Team anderes mitzugeben.» 

Langenthal hat von den letzten sieben Spielen deren sechs für sich entschieden. Ganz aus dem Loch sei das Team jedoch noch nicht. «Es gab viele Dinge, die wir anschauen mussten», sagt Dünner. «In der eigenen Zone spielten wir zu kompliziert und am System mussten wir noch gewisse Änderungen anbringen.» Zugute kam, dass Philip Wüthrich im Tor einen «unglaublich guten Job gemacht hat. Das gibt uns extrem viel Sicherheit, aber vorne müssen wir unsere Chancen noch viel besser ausnutzen. Wir schiessen für die Qualität, die wir haben zu wenig Tore.» 

Dass das beiden Ausländer noch nicht zur gewohnten Ausbeute gefunden habe, sei unter darauf zurückzuführen, das «die Liga inzwischen sehr ausgeglichen ist, die Spieler sind immer besser geworden und damit wird es auch schwieriger für sie. Kelly war über so viele Jahre erfolgreich, er ist immer noch gut, der Start war für alle schwierig und das widerspiegelt sich auch bei ihm.» Aber alle im Team würden wissen, was die beiden können, das werde noch kommen. «Haben wir Erfolg, werden sie auch weiter oben in der Skorerliste sein», sagt Dünner. «Wir sind 20 Spieler, die für den Sieg kämpfen und einmal schiesst einer mehr Tore und ein andermal ein anderer.» 

Besondere Atmosphäre

Den heutigen Auswärtsgegner Visp stuft Nico Dünner als stark ein. «In den vergangenen Playoffs hatten wir dort ein paar schwierige Spiele, dort ist immer eine besondere Atmosphäre. Wir müssen von Beginn weg bereit sein», sagt er.  ich glaube, wenn wir weiter so solide spielen wie in den letzten paar Matches, sollten wir gewinnen können.» Zuletzt punktete Langenthal auch in Partien mit schwächeren Leistungen. «Ein Sieg ist immer gut für das Selbstvertrauen», sagt Dünner. «Gegen La Chaux-de-Fonds haben wir gut gespielt und verdient die beiden Punkte geholt, gegen die Ticino Rockets waren wir schlecht und siegten trotzdem. Es ist wichtig, dass man immer irgendwie die Punkte mitnehmen kann.» Und dann spiele es keine Rolle wer das gelbe Shirt trägt.

Berner Zeitung

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