Zwei Namen, die man sich merken muss

Michael Wiget und Fabian Staudenmann könnte die Zukunft gehören.

Michael Wiget war lange verletzt, ist nun auf der Überholspur. Und Fabian Staudenmann ist mit 19 Jahren bereits ein Eidgenosse.<br><i>(Bilder: Christian Pfander)</i>

Michael Wiget war lange verletzt, ist nun auf der Überholspur. Und Fabian Staudenmann ist mit 19 Jahren bereits ein Eidgenosse.
(Bilder: Christian Pfander)

Stephan Dietrich

Die Zeiten ändern sich schnell. Jahrelang darbten die Mittelländer innerhalb des Berner Teams etwas im Mittelmass. Für kurze Zeit war Willy Graber einziger Eidgenosse im Gauverband. Punkto Nachwuchs ortete man Lücken. Nun, der Routinier Graber holte sich den fünften eidgenössischen Kranz, und zwar mit einer Punktlandung. Er suchte im achten Gang gegen Franz-Toni Kenel vehement den Sieg – und erhielt für den gestellten Gang die Note 9,00. Genau den zusätzlichen Viertelpunkt benötigte der 35-Jährige, um auf die kranzberechtigte Punktzahl zu kommen.

Und hinter Graber? Da machten zwei junge Schwinger beste Werbung für sich, die Mittelländer und den Kanton Bern. Michael Wiget und Fabian Staudenmann könnte die Zukunft gehören.

Staudenmanns Talent war bekannt, die Art und Weise, wie sich der 19-Jährige in Zug zum Eidgenossen krönte, war dann doch erstaunlich. Auf dem Notenblatt des Guggisbergers stehen die Namen von vier Eidgenossen. Dass er im achten Gang gegen Armon Orlik untendurch musste, sei Staudenmann verziehen. Er könnte auch in Sachen Beliebtheit beim Publikum die Nachfolge des zurücktretenden Graber übernehmen. Fabian Staudenmann überzeugt mit technischen Finessen und einer unbekümmerten Kampfmanier. Bleibt zu hoffen, dass sein Hunger nach Erfolg noch lange nicht gestillt ist.

«Michael wie?», hiess es vor wenigen Wochen, wenn man von ihm sprach – von Michael Wiget. Der 20-Jährige hatte beispielloses Verletzungspech: 2016, Ermüdungsbruch in der Schulter. 2017, Bänderrisse im Ellenbogen. 2018, Schleimbeutelentzündung im Knie. Innert dreier Jahre bestritt Wiget gerade mal zwei Kranzfeste, beendet hat er sie wegen starker Schmerzen nicht. In dieser Saison kehrte der Freiburger, der für den mittelländischen Verband schwingt, ins Sägemehl zurück. Nicht ohne Schmerzen, aber immerhin. Jetzt ist der Wünnewiler ein Eidgenosse und sagt: Eidgenosse? Das Geilste, der Traum eines jeden Schwingers. Ich hatte eine starke Saison und wusste: Macht die Schulter mit, dann habe ich gute Chancen.»

Chance genutzt – und das mit einem überzeugenden Notenblatt. Mit etwas Wettkampferfahrung ist vielleicht noch mehr möglich. Im Moment schwingt Wiget stets auf alles oder nichts, gestellte Gänge findet man in seinen Notenblättern höchst selten. Auf seine Zukunft darf man gespannt sein, vorausgesetzt, die Gesundheit spielt mit.

Die Berner Kranzschwinger im Überblick:

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