Das Ende der «Konta-mania»

Wimbledon

Am Tag nach Andy Murray scheitert auch die weibliche britische Hoffnungsträgerin. Venus Williams war für Johanna Konta zu stark.

Aller Kampfgeist nützte nichts: Johanna Konta ist gescheitert.

Aller Kampfgeist nützte nichts: Johanna Konta ist gescheitert.

(Bild: Keystone)

Adrian Ruch

Schon im zweiten Game des Halbfinals gegen Venus Williams verlangt Johanna Konta den Videobeweis. Als das elektronische Falkenauge bestätigt, dass der Aufschlag der 26-Jährigen knapp im Aus gewesen ist, stöhnen viele der knapp 15 000 Zuschauer auf den Rängen im Kollektiv. Nach Andy Murrays Viertelfinalniederlage konzentrieren sich die Hoffnungen der Einheimischen auf Johanna Konta. Sie soll in Wimbledon als erste Britin seit Virginia Wade 1977 bei den Frauen für einen Heimsieg sorgen.

Das ist etwas gar viel verlangt, vor allem von jemandem, der noch Anfang 2015 um Position 150 herum klassiert war. Doch seither geht es mit der Rechtshänderin nur noch in eine Richtung: nach oben. Den rasanten Aufstieg verdankt Konta in erster Linie ihrer Arbeitseinstellung, denn sie ist keine, der alles in den Schoss fällt. Ihre Servicebewegung ist sehr mechanisch, und doch gehört sie zu den besten Aufschlägerinnen der Welt.

Venus Williams zu stark

Konta wurde als Tochter ungarischer Eltern in Sydney geboren, 2005 siedelte die Familie nach Eastbourne über, Konta spielte vorerst aber noch für Australien. Seit 2012 ist sie offiziell Britin.

Nicht nur die Tribüne des Centre-Courts ist voll besetzt, auch auf dem Henman Hill gibt es kaum noch ein freies Plätzchen. Der Begriff «Konta-mania» macht die Runde. Die Gewinnerin des Miami Open gibt ihr Bestes, um die hohen Erwartungen zu erfüllen. Doch Venus Williams spielt dermassen aggressiv, dass Konta das Geschehen nur selten bestimmen kann. Letztlich ist der Druck der Gegnerin zu gross, die Hoffnungsträgerin muss sich trotz lautstarker Unterstützung mit 4:6, 2:6 geschlagen geben.

«Bin unglaublich zufrieden»

Eloquent gibt sie anschliessend Auskunft. Sie müsse ihrer Bezwingerin Kredit geben, selber habe sie nicht viel falsch gemacht, sagt sie. «Insgesamt bin ich unglaublich zufrieden mit meinem Niveau in diesen zwei Wochen.» Sie habe die Reise und den Support genossen. Als Nächstes steht für Johanna Konta der Besuch eines U2-Konzerts im Olympiastadion auf dem Programm, doch ihr Blick geht schon weiter nach vorne. «Ich will mich verbessern. Künftig zu den Top 5 zu gehören, ist eine tolle Leistung, aber damit bin ich noch nicht zufrieden.»

Zufrieden ist auch Venus Williams noch nicht. Die Amerikanerin hat vor, im Final gegen Gar­biñe Muguruza ihren sechsten Wimbledon-Titel zu gewinnen.

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