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Das Ende einer dreijährigen Durststrecke

Patty Schnyder (WTA 13) hat nach mehr als dreijährigem Unterbruch wieder ein Turnier auf der WTA-Tour gewonnen. Die Baselbieterin gewann den einseitigen Final auf Bali mit 6:3, 6:0 gegen Tamira Paszek (WTA 85).

Begehrt: Schnyder signiert Autogramme für die Tennis-Fans auf Bali.
Begehrt: Schnyder signiert Autogramme für die Tennis-Fans auf Bali.
Keystone

Mit diesem Erfolg beim Tier-III-Hartplaztturnier endet für Schnyder eine lange Endspiel-Durststrecke: Sie hatte die letzten sieben Finals allesamt verloren, zuletzt im März in Bangalore (Ind) gegen Serena Williams. Die weltbeste Linkshänderin weist immer noch einen relativ grossen Rückstand auf den achten Platz der Jahreswertung auf, der zur Teilnahme am Masters in Doha berechtigen würde.

Im Eilzugtempo

Schnyder brauchte nur 67 Minuten zum dritten Sieg im vierten Duell mit der begabten Vorarlbergerin. Sie führte dabei praktisch immer, Paszek konnte nur einmal, zum 2:2 im ersten Satz, ausgleichen. Schnyder gewann die letzten sieben Games und verwertete den Matchball mit einem Schmetterball. Sie war im Endspiel deutlich frischer als ihre 12 Jahre jüngere Gegnerin, die aber einen Match mehr zu bestreiten hatte und insgesamt vier Stunden länger auf dem Platz gestanden war. Schnyder freute sich sehr: «Ich wollte dieses Turnier unbedingt gewinnen und habe es geschafft. Ich bin erschöpft, nachdem ich acht Wochen weg von zu Hause und in der ganzen Welt herumgereist bin. Aber ich spiele sehr gerne hier und habe meine Form aus New York mitnehmen können.»

10 Jahre und 8 Monate nach der Premiere

Schnyder hat nun auf der WTA-Tour 500 Einzel gewonnen, was ihr als 26. Spielerin in der Geschichte gelungen ist und als dritte Professional in diesem Jahr nach Amélie Mauresmo und Venus Williams. Insgesamt hat sie nun elf Turniere auf der Frauentour für sich entschieden, der erste Triumph war ihr im Januar 1998 in Hobart gelungen. Länger musste sie seit ihrem ersten Erfolg auf Tasmanien nie mehr auf den Gewinn eines Turniers warten. Ihre Finalbilanz ist mit 11:13 noch leicht negativ.

Leichte Probleme einzig im Startspiel

Im Verlaufe der Woche hat sich Schnyder immer mehr gesteigert. Einen ungewohnten Moment hatte sie im Startspiel, als gegen die Chinesin Yuan Meng beim Stande von 6:2, 6:5 und 40:30 Regen einen einstündigen Unterbruch erzwang. Schnyder brauchte dann noch drei Punkte, um die Partie zu beenden. Gegen Marta Domachowska (6:2, 6:2), die einstige Top-3-Spielerin Nadia Petrowa (7:5, 6:1) und Paszek gab sie dann total nur noch 13 Games ab. Von der Unterlegenen erhielt sie ein Sonderlob: «Patty hat unglaublich gespielt und den Sieg wirklich verdient».

Paszeks Aufwärtstrend

Trotz der deutlichen Final-Niederlage darf die Ausländerin, die der Schweiz geographisch am nächsten steht, mit der Woche zufrieden sein. Die in Dornbirn, einen Steinwurf von der Schweizer Grenze, geborene wohnhafte Paszek eliminierte drei Gesetzte, unter anderem im Halbfinal die topgesetzte Slowakin Daniela Hantuchova und gewann erst zum dritten Mal in diesem Jahr mindestens zwei Matches am selben Anlass. Damit bestätigte sie den Aufwärtstrend der letzten Zeit, in Montreal hatte sie unlängst Ana Ivanovic eliminiert.

Vorher war die Saison sehr enttäuschend verlaufen. Paszek hatte mit Schwierigkeiten in ihrem Umfeld zu kämpfen und sprach noch in Wimbledon von «tennismässig verlorenen sechs Monaten». Obwohl sie die internationalen Kriterien für eine Olympia-Selektion erfüllt hatte, wurde sie vom Österreichischen Olympischen Komitee nicht für Peking selektioniert. Seit sie nun aber wieder vom Brasilianer Larri Passos, dem einstigen langjährigen Trainer von Gustavo Kuerten, betreut wird, geht es wieder aufwärts.

si/fal

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