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Die willkommenen Niederlagen der Tennisstars

Roger Federers Rivalen Novak Djokovic und Andy Murray scheiden in Paris-Bercy auf ungewöhnliche Weise aus – und dürften darüber alles andere als unglücklich sein.

6:0, 2:0 geführt und doch verloren: Novak Djokovic hinterlässt vor den World Tour Finals einen merkwürdigen Eindruck.
6:0, 2:0 geführt und doch verloren: Novak Djokovic hinterlässt vor den World Tour Finals einen merkwürdigen Eindruck.
Keystone
Er bezwang Djokovic: Sam Querrey, Service-Spzialist aus den USA.
Er bezwang Djokovic: Sam Querrey, Service-Spzialist aus den USA.
Keystone
Sensationsmann: Jerzy Janowicz profitierte von Murrays schwachem Auftritt.
Sensationsmann: Jerzy Janowicz profitierte von Murrays schwachem Auftritt.
Keystone
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Kurz vor den ATP World Tour Finals in London geht die Tennisweltelite auf dem Zahnfleisch – zumindest vordergründig. Roger Federer verzichtete wegen Müdigkeit auf den Start am Masters-1000-Turnier von Paris-Bercy, das am Sonntag einen Final der Aussenseiter erleben wird, Andy Murray und Novak Djokovic mussten früh die Segel streichen. Während der ab Montag wieder auf Platz 1 der Weltrangliste klassierte Djokovic in seinem Auftaktspiel mit dem merkwürdigen Resultat von 6:0, 6:7, 4:6 am US-Amerikaner Sam Querrey scheiterte, bezog US-Open-Champion Murray in den Achtelfinals nach vergebenem Matchball eine 7:5, 6:7, 2:6-Niederlage gegen den polnischen Qualifikanten Jerzy Janowicz (ATP 69).

Für die Turnierveranstalter in Paris sind das schlechte Nachrichten, Djokovic und Murray werden sich über ihr Scheitern aber kaum lange grämen. Es ist kein Geheimnis, dass es an den Masters-1000-Veranstaltungen zwar 50 Prozent der Punkte eines Grand-Slam-Turniers zu gewinnen gibt, die Wertschätzung der Spieler aber bedeutend geringer ist. Wichtiger als Punktgewinne in Paris ist den Topstars das Saisonfinale der besten acht, das in der kommenden Woche über die Bühne gehen wird.

Zu behaupten, dass einer von ihnen in Paris absichtlich verloren hat, wäre vermessen. Man darf sich aber durchaus die Frage stellen, ob Murray an einem Major-Turnier gegen einen Spieler von ausserhalb der Top 50 bei eigenem Aufschlag die Chance auf den Sieg vertan oder Djokovic zu einem anderen Zeitpunkt der Saison einen 6:0, 2:0-Vorsprung vergeben hätte.

«Die Zeit wird weisen, was das zu bedeuten hat. Man weiss nie: Vielleicht haben die Spieler, die in Paris weit gekommen sind, in London mehr Selbstvertrauen, aber sie kommen auch ein wenig später an und werden wohl einige Zeit brauchen, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen», sagte Murray, der am Samstag sein Training wieder aufnehmen wird. Für den Briten sind die World Tour Finals schon alleine deshalb besonders attraktiv, weil sie ein Heimspiel sind. Murray hatte vor Paris auf einen Start an den Swiss Indoors in Basel verzichtet – offiziell wegen einer Rückenverletzung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Für Djokovic geht es in London darum, zu zeigen, dass er nicht nur auf dem Papier der Beste seiner Zunft ist. Der Serbe hat seit dem Australian Open keinen grossen Titel mehr gewonnen. In Roland Garros verlor er den Final gegen Rafael Nadal, in Wimbledon versperrte ihm Roger Federer den Weg ins Endspiel. An den Olympischen Spielen blieb Djokovic nach Niederlagen gegen Andy Murray und Juan Martin Del Potro nur Rang 4, am US Open entthronte ihn Murray in einem wechselhaften Final. Der Überflieger der Saison 2011 sagte nach seinem Ausscheiden in Paris, er sei froh, sich ein wenig ausruhen zu können. «Während des zweiten Satzes spürte ich bereits, dass ich körperlich am Ende war, ich hatte Mühe in jedem Game. Es war ein bisschen von allem. Ich möchte lieber nicht zu viel darüber reden, weil es sonst nach Ausrede klingt», sagte der Serbe, dessen Vater Srdjan mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat.

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