Diese eine Frage war Federer zu viel

Der Weltstar verliert die Fassung bei Interviews eigentlich nie – auf CNN bewies er das Gegenteil.

Der Schweizer Tennis-Star bricht bei der Frage nach seinem verstorbenen Coach in Tränen aus. Video: CNN

Wenige Tage fehlen nur noch bis zum Start des Australian Open, wo Roger Federer einen seltenen Hattrick schaffen kann. In einem Interview gegenüber CNN, das während seines Trainingscamps in Dubai im Dezember realisiert wurde, schätzt der Gewinner der Jahre 2017 und 2018 seine Chancen so ein: «Bin ich zuversichtlich? Ich weiss es nicht, aber ich fühle mich gut, ich habe gut trainiert, hatte ein gutes Jahr, habe immer noch Freude am Spiel und habe die letzten beiden Australian Open gewonnen.»

Und weiter: «Ich sollte also mit Selbstvertrauen ins Turnier steigen. Ich liebe Australien, Melbourne, es gibt so viel, das mich mit dem Ort verbindet. Die Legenden aus diesem Land, die Coaches, die ich hatte, Tony Roche und Peter Carter, sie haben mich unglaublich inspiriert und waren so wichtig in meinem Leben.»

Bald darauf kam das Gespräch auf Carter, Federers Jugendcoach, der einst zu Old Boys Basel gekommen war, um dort Interclub zu spielen, und bei dem Federer Stunden nehmen konnte. Der Mann aus Adelaide entdeckte Federer, fast gleichzeitig wie sein enger Freund Darren Cahill einen gewissen Lleyton Hewitt entdeckte.

Der Tod in den Flitterwochen

Federer erinnert sich: «Sie haben sich dann angerufen. Peter sagte, ich habe diesen besonderen Jungen, den ich trainiere, und Darren sagte dasselbe über Lleyton. Wir spielten mit 14 gegeneinander, mit 16, mit 18, mit 20 und gewannen später beide Majors und wurden die Weltnummer 1. Wer hätte das gedacht? Peter war eine sehr wichtige Person in meinem Leben, wenn ich heute danke sagen kann für meine Technik, dann gebührt der Dank Peter.»

Noch bevor Federer sein volles Potenzial abrufen konnte, kam Carter aber bei einem Verkehrsunfall während der Flitterwochen in Südafrika ums Leben. Die Frage der Reporterin, was sein Mentor wohl gedacht hätte, wenn er Federer mit 20 Grand-Slam-Titeln sehen würde, war zu viel: «Sorry», sagte Federer, den Kopf gesenkt, mit den Tränen kämpfend. Und wenig später: «Ich hoffe, er wäre stolz. Er wollte nicht, dass ich mein Talent verschwende, und es war wie ein Weckruf für mich, als er starb. Ich begann, wirklich hart zu trainieren.»

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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