Federer eine Klasse besser

Roger Federer lässt Grigor Dimitrov keine Chance (6:4, 6:2, 6:4) und qualifiziert sich problemlos für den Viertelfinal, in dem er am Mittwoch auf den Kanadier Milos Raonic treffen wird.

Vor dem Duell zwischen Roger Federer und Grigor Dimitrov werden die Tennislegenden John McEnroe und Boris Becker auf dem zweiten BBC-Kanal zur Ausgangslage befragt. «Wir dürfen eine attraktive Partie erwarten, oder?», fragt Interviewerin Sue Barker, und McEnroe antwortet: «Wenn man bedenkt, dass der eleganteste Spieler, der je einen Tennisplatz betreten hat...» – «Was ist mit uns, John?», unterbricht ihn Becker. «Wir waren auch gut, aber nicht auf diesem Niveau», bilanziert der Amerikaner.

Kurz darauf meint er, Dimi­trov mache einen guten Job beim Imitieren des Schweizers, bezeichnet den Bulgaren aber salopp als «Federer des armen Mannes». Barker versucht, die Spannung aufzubauen, erwähnt, wie souverän Dimitrov seine ersten Aufgaben gelöst hat. Doch McEnroe fragt ebenso trocken wie rhetorisch: «Ist er schon ge­gen einen annähernd so starken Gegner angetreten?»

Mit dem Service magistral

Kurz darauf zeigt sich, was der dreimalige Wimbledon-Champion gemeint hat. Der Schweizer kommt schon im ersten Game zu einem Breakball, und bei eigenem Service agiert er magistral. In den ersten drei Runden hat Dimitrov gegen den zweiten Aufschlag seiner Gegner 65 Prozent der Ballwechsel gewonnen und damit für den Bestwert gesorgt, gegen Federer bucht der ehe­malige Freund von Maria Scharapowa im ersten Satz ein mickriges Pünktchen. So darf sich der Aussenseiter bei eigenem Aufschlag keine Schwäche leisten.

«Ich kann ihn bei seinem zweiten Service unter Druck setzen, deshalb hat er mir ein, zwei Games geschenkt», wird Federer später sagen. In der Tat unterläuft Dimitrov ab und zu ein Doppel­fehler und ein Missgeschick mit der Vorhand – das mag es für die Kopie gegen das Original nicht leiden. Dem Schweizer gelingt ein Break zum 5:4, dem er im zweiten Durchgang zwei weitere Servicedurchbrüche folgen lässt.

  • loading indicator

Im dritten Satz verliert der Baselbieter zwar seinen Aufschlag einmal, korrigiert dies aber postwendend und setzt sich letztlich mit 6:4, 6:2, 6:4 durch. Seine Taktik ist perfekt aufgegangen. «Ich war sehr klar im Kopf», stellt er zufrieden fest. Und: «Es ist immer ein gutes Gefühl, im Viertelfinal zu stehen, ohne einen Satz verloren zu haben.» Er sei fit, habe keine gesundheitlichen Probleme, und «wenn es sein müsste, könnte ich gleich noch einmal rausgehen, und einen Match absolvieren».

Chance zur Revanche

Das ist nicht nötig. Der Viertel­final steht erst am Mittwoch auf dem Programm. Federers Gegner ist Milos Raonic, jener Mann also, dem er im Vorjahr auf dem heiligen Rasen in der Vorschlussrunde in fünf Sätzen unterlag. Doch der Kanadier ist nicht ganz so gut in Form wie vor zwölf Monaten, und Federer sagt: «Dieses Mal fühle ich mich besser.»

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt