Federer hat schon «sichere» Titel vergeben

Weg frei für den Wimbledon-Triumph? Ein Blick zurück zeigt, dass er auch als haushoher Favorit schon strauchelte.

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René Stauffer@staffsky

Viele in Roger Federers grosser Fan­gemeinde frohlocken bereits: Weil nach Rafael Nadal mit Novak Djokovic und Andy Murray auch die Wimbledonsieger der letzten vier Jahre ausgeschieden sind, ist der 7-fache Sieger im All England Club, wo er dieses Jahr noch ohne Satzverlust ist, zum alleinigen grossen Favoriten aufgerückt.

Zum Frohlocken ist es allerdings zu früh: Mit dem Einzug in die Halbfinals ist für Federer noch nichts gewonnen. Und sollte er die goldene Möglichkeit auslassen, alleiniger Rekordsieger an seinem Lieblingsturnier zu werden, wäre die Enttäuschung umso grösser. Doch Federer ist erfahren genug, um sich von der neuen Konstellation nicht irritieren oder verunsichern zu lassen. Schon öfter musste er Grand-Slam-Turniere als Verlierer verlassen, nachdem der Pokal für ihn scheinbar bereits abholbereit geschienen hatte. Zum Beispiel 2014 am US Open, wo er im Halbfinal aus heiterem Himmel an Marin Cilic scheiterte, oder fünf Jahre zuvor am gleichen Turnier, als er im Final Juan Martin Del Potro unterlag.

Ob er der grosse Favorit sei oder nicht, spiele für ihn gar keine Rolle, sagte er gestern. Er weiss, dass ihn Tomas Berdych auch in Wimbledon schon geschlagen hat, dass er letztes Jahr gegen Cilic hier im Viertelfinal drei Matchbälle abwehren musste, dass Sam Querrey an diesem Turnier allen gefährlich werden kann, dass er seine Leistung selber bringen muss.

Doch Federer ist auf gutem Weg. Sein Verzicht auf die Sandturniere hat sich als richtig erwiesen, er ist am für ihn wichtigsten Turnier als einer der wenigen Topspieler fit und frisch, er spielt nahe an seiner Topform und mit mehr Selbstvertrauen als in den vergangenen Jahren. Sollte er tatsächlich den Titel holen, wäre sogar Rang 1 für ihn wieder ein Thema. Noch nie hatte eine Nummer 1 weniger Punkte als Murray am kommenden Montag.

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