Federer schon in Nöten

Roger Federer unterliegt am ATP-Finale Dominic Thiem in zwei Sätzen.

Mässiger Auftakt, enttäuschendes Ende: Roger Federer nach dem Fehlstart. Foto: Reuters

Mässiger Auftakt, enttäuschendes Ende: Roger Federer nach dem Fehlstart. Foto: Reuters

Adrian Ruch

Dominic Thiem entwickelt sich für Roger Federer immer mehr zum Angstgegner. Der 26-Jährige, dessen Freundin Kristina Mladenovic Frankreich gleichentags zum Fed-Cup-Titel geführt hat, schlägt den Superstar am ATP-Finale in der ausverkauften O2-Arena 7:5, 7:5. Der Schweizer steht damit morgen gegen Matteo Berrettini schon mächtig unter Druck. Federer patzte gleich im ersten Game: Beim ersten Aufschlag fehlte noch die Präzision, an der Grundlinie die Sicherheit, und schon lag er mit einem Break in Rückstand. Der Schweizer korrigierte dies rasch und war in der Folge der aggressivere, bessere Spieler. Doch bei 5:5 retournierte der Österreicher zweimal stark und einmal glückhaft, was ihm einen weiteren Servicedurchbruch einbrachte. Kurz darauf war der erste Satz verloren, obwohl der Publikumsliebling neun Gewinnschläge mehr produziert und gleich viele Punkte gewonnen hatte.

Thiems starker Konter

Auch im zweiten Durchgang ­diktierte Federer vornehmlich das Geschehen. Im vierten Game erarbeitete er sich eine Breakchance. Obwohl er im folgenden Ballwechsel alles richtig machte, blieb ihm die 3:1-Führung verwehrt, weil Thiem aus der Defensive mit der Vorhand ein herrlicher Befreiungsschlag gelang. Bei 3:3 geriet der sechsmalige Gewinner des ATP-Finales nach 40:0-Führung unverhofft noch in Schwierigkeiten. Als Federer den Aufschlag dennoch hielt, brandete in der Halle Jubel auf. Doch Thiem hatte seine Taktik mittlerweile angepasst und suchte nun auch mit druckvollen Grundschlägen den Punktgewinn. Federer, der gern das Zepter in den Händen hält, ­bekundete daher zunehmend Mühe. Insofern kam es nicht unerwartet, dass Thiem bei 5:5 das entscheidende Break gelang.

Bärenstarker Djokovic

Zuvor hatte Novak Djokovic seine erste Aufgabe gegen Berrettini gelöst, und wie: Es war ein Auftritt wie eine Warnung an die Konkurrenz. Ganze acht unerzwungene Fehler unterliefen ihm auf dem Weg zum 6:2, 6:1-Sieg; am Ende totalisierte er fast doppelt so viele Punkte wie der Italiener (58:30). «Er bewegte sich besser als ich, spielte besser als ich – es war schwierig Ballwechsel zu gewinnen», gab Berrettini anschliessend zu.

Djokovic scheint pünktlich nochmals einen Formhöhepunkt erreichen; zuletzt hat er sechs 2-Satz-Siege aneinandergereiht. Er habe sich mit den richtigen Leuten umgeben und halte sich konsequent an eine tägliche Routine, begründete er, weshalb er immer noch sehr frisch wirkt. «Zudem bist du gezwungen, den letzten Tropfen Energie freizusetzen, um die Saison bestmöglich abzuschliessen.»

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