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Beinahe-Sensation – Federer muss über fünf Sätze

Wie fit ist der Schweizer wirklich? In New York zitterte er sich in Runde 2. Der 5. Satz wurde zum Krimi.

Gerade nochmals gut gegangen: Roger Federer siegt in der Nacht von New York.

Roger Federer schleppte sich gerade nochmals über die Ziellinie. Doch sein erster Auftritt am US Open 2017 warf mehr Fragen auf, als er beantwortete. Auf dem Weg zu seinem achten Wimbledon-Titel hatte der Schweizer im Juli keinen Satz abgegeben. In New York waren es gegen Teenager Frances Tiafoe, die Weltnummer 70, deren zwei. Der Schweizer startete verhalten, fing sich dann etwas, wirkte phasenweise wie der Alte, ehe er wieder den Faden verlor und sich zuletzt nur dank seiner Erfahrung noch durchsetzte – 4:6, 6:2, 6:1, 1:6, 6:4. In der Endphase sah man in seiner Box besorgte Mienen, Frau Mirka sass mit gefalteten Händen auf der Tribüne.

Federer verzichtete auf allzu überschwänglichen Jubel, nachdem beim dritten Matchball ein Rückhandball Tiafoes im Netz hängen geblieben war. Er war erleichtert, aber nicht euphorisch. Denn er hatte sich nach über zwei Wochen Zeit für die Genesung seines Rückens bestimmt erhofft, sich besser zu bewegen. Anfangs hatte er grosse Mühe, wenn er sich strecken musste. Es dauerte über eine Stunde, bis er auf der Rückhandseite erstmals voll durchzog. Es wurde mit Szenenapplaus honoriert. Immerhin der Aufschlag funktionierte – er schlug 17 Asse. Das US-Publikum freute sich, dass der Einheimische Tiafoe den Maestro fordern konnte. Im Entscheidungssatz wurde dann aber offensichtlich: Es wollte unbedingt, dass sich Federer durchsetzte.

Bildstrecke: Zäher Start des Schweizers

Qualifiert sich beim US Open mit viel Mühe für die 2. Runde: Roger Federer. (29. August 2017)
Qualifiert sich beim US Open mit viel Mühe für die 2. Runde: Roger Federer. (29. August 2017)
Keystone
Federer freut sich nach hartem Kampf über den Sieg. (29. August 2017)
Federer freut sich nach hartem Kampf über den Sieg. (29. August 2017)
Clive Brunskill/Getty Images, AFP
Der pensionierte schottische Schauspieler Sean Connery verfolgt das Game zwischen Federer und Tiafoe. (29. August 2017)
Der pensionierte schottische Schauspieler Sean Connery verfolgt das Game zwischen Federer und Tiafoe. (29. August 2017)
Jewel Samad, AFP
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Diesen Gefallen tat er den Zuschauern, sich selber und seinen Nächsten dann auch. Doch wie sehr behinderte ihn sein Rücken noch? «Ich war am Anfang etwas besorgt über den Rücken», gab er im Platzinterview zu. «Aber im Verlaufe des Spiels konnte ich loslassen.» Er bedauerte, dass er Tiafoe im vierten Satz wieder habe ins Spiel kommen lassen. «Und wenn er in Schwung ist, ist er nun schwer zu stoppen.» Auf die Frage, wie er sich fühle, sagte er ausweichend: «Extrem gut. Ich war letztes Jahr nicht hier, jetzt bin ich es. Das ist schon viel besser. Und um durch einen Fünfsatzmatch durchzukommen, muss man einigermassen okay sein.»

Der 36-Jährige war dann froh, als er nicht mehr über seinen Gesundheitszustand reden musste, sondern zu seinem erstmaligen New Yorker Auftritt unter geschlossenem Dach befragt wurde. John McEnroe sagte auf ESPN über Federer: «Zuerst einmal sollten wir alle dankbar sein, dass er noch spielt. Wenn ihn sein Rücken behindert, ist das schon ein Problem. Sein Timing war definitiv nicht so gut wie am Australian Open oder in Wimbledon. Aber er hat nun zwei Tage bis zum nächsten Spiel, und wenn der Rücken hält, wird er zusehends besser werden. Zudem hat er ja am Anfang eine nicht allzu schwierige Auslosung.»

Weiter geht es für ihn am Donnerstag gegen Blaz Kavcic (ATP 88) oder Michail Juschni (101). Die beiden spielen erst heute, weil der Regen am Dienstag dafür sorgte, fast alle Spiele ausserhalb des Arthur Ashe Stadiums vertagt werden mussten. Anders als in Montreal, als er fünf Tage in Serie spielte, hat Federer an einem Grand Slam den Luxus, nur jeden zweiten Tag spielen zu müssen. Er wird die Zeit zu nützen wissen.

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