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Federer variiert wie kein anderer

Der Aufschlag ist ein entscheidender Faktor, auch heute in den Wimbledon-Viertelfinals. Roger Federer serviert nicht am härtesten, trotzdem betrachten ihn die Experten als besten Aufschläger unter den Turnierfavoriten.

Als Boris Becker 1985 erstmals in Wimbledon triumphierte, war sein krachender Aufschlag mehr als die halbe Miete – genau gleich war es bei Goran Ivanisevic. Und auch Pete Sampras, siebenfacher Champion im All England Club, servierte die Konkurrenten in erster Linie ab. Heute wird auf einer anderen, mehr Reibung erzeugenden Grassorte sowie mit schwereren Bällen gespielt. Weil die heutigen Profis zudem besser returnieren, ist Serve-and-Volley kaum noch eine erfolgversprechende Taktik; die meisten Ballwechsel werden durch Grundlinienduelle entschieden. Dennoch: Der Aufschlag ist ein entscheidender Faktor geblieben, und er wird in den Viertelfinals eine wichtige Rolle spielen.

Die Qualität des Aufschlags ist denn auch der Hauptgrund, dass viele Experten Roger Federer als Topfavoriten betrachten. Gemäss dem ehemaligen Lokalmatador Tim Henman hat der Schweizer den besten Aufschlag im Geschäft. Und der zweifache Wimbledon-Halbfinalist Todd Martin sagt, «Karlovic und Isner haben zwar die grössere Waffe, aber von den Titelkandidaten serviert Federer am besten». Diese Einschätzung beruht nicht auf dem Tempo, mit dem der Baselbieter den Ball über das Netz befördert. Sein heutiger Gegner, Jo-Wilfried Tsonga, kann die Filzkugeln zum Beispiel mit mehr Wucht über das Netz dreschen, und doch gewinnt der Franzose weniger Gratispunkte und wird häufiger gebreakt.

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