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Federers grosse Gala zum Abschluss

Roger Federer hat zum dritten Mal in Folge die Davidoff Swiss Indoors gewonnen. Im Final bezwang er David Nalbandian souverän mit 6:3, 6:4.

Die Federer-Festspiele von Basel endeten mit einem «finale furioso». Einmal mehr waren 9200 Zuschauer in die St.Jakobhalle geströmt, um den Superstar des (Schweizer) Sports an der Arbeit zu sehen und einmal mehr wurden sie von der «vorübergehenden Nummer 2 der Welt» (so die Vorstellung von Hallenspeaker Christoph Schwegler in dieser Woche) nicht enttäuscht.

Im Gegenteil: Federer hatte sich die beste Wochenleistung für den Schlusstag aufgespart. Bei eigenem Aufschlag war er völlig ungefährdet und gab gegen einen der besten Returnspieler der Tour nur gerade sieben Punkte ab, Nalbandian kam nur in einem Aufschlagspiel Federers auf zwei gewonnene Punkte.

Das Lob von Nalbandian

Zudem spielte er auch von der Grundlinie sehr aggressiv, auch mit der Rückhand, die er je nach Bedarf als Topspin oder Slice einsetzte, eklatant war die Steigerung gegenüber den durchzogenen Leistungen in der Anfangsphase der Woche. Auch Nalbandian war beeindruckt: «Er hat perfekt gespielt, nein, einen Fehler hat er gemacht», scherzte der Argentinier nach der deutlichen Niederlage im ersten Basel-Final der beiden Erstgesetzten seit 1993. Und auch Federer, sah seinen siebten Sieg des Jahres gegen einen Top-10-Spieler (bei ungewohnten acht Niederlagen) ähnlich und hätte sich auf einer Skala von 1 bis 10 eine Zehn gegeben: «Heute ist alles zusammengekommen. Ich habe gut serviert, von der Grundlinie gut mitgehalten und war aggressiv. Das war die deutlich beste Leistung dieser Woche. Es ist grossartig, dass ich mir meinen Kindheitstraum einmal mehr erfüllen konnte.»

Grosse Steigerung im Wochenverlauf

Nach eher mühsamem Start gegen Bobby Reynolds und Jarkko Nieminen steigerte sich Federer massiv und gab in den letzten drei Partien nur noch 17 Games ab, wobei er sein Servicegame nie mehr verlor. «Ich war spät aus Madrid angekommen und musste mich zuerst an die Verhältnisse gewöhnen, danach klappte es aber immer besser.»

Der sechste persönliche Hattrick

Federer holte sich damit den vierten Titel des Jahres und den ersten Indoor, seit er 2007 das Masters gewann. Insgesamt hat er nun 57 Turniersiege auf dem Konto und lediglich 21 Endspiele verloren. Mit diesem Sieg hat er ein weiteres Stück Tennis- Geschichte geschrieben: Er ist der erste Spieler, der in Basel den Hattrick schaffte. Für ihn persönlich ist es schon der sechste Ort, an dem er (mindestens) dreimal in Serie triumphiert nach den Titeln in Dubai (2003-2005), Halle (2003-2006), Wimbledon (2003-2007), Indian Wells (2004-2006) und dem US Open (2004-208).

Fast wie ein Turnierdirektor

Welcher Glücksfall Federer nicht nur für das gesamte Tennis generell, sondern auch für das Basler Turnier speziell ist, zeigte sich einmal mehr nach Matchende. Federer sprach in Basler Dialekt immer wieder im Plural von «mir», wenn er über das Turnier sprach und richtete schliesslich auch noch einen Appell an die Politiker, welche sich bei infrastrukturellen Fragen in der Vergangenheit nicht gerade zugunsten des Turniers exponiert hatten: «Es wäre schön, wenn Stadt und Land zusammenwirken, damit es ein noch besseres Turnier gibt.»

Federer sprach schon fast wie ein möglicher zukünftiger Turnierdirektor und verschiedentlich brachten Experten in dieser Woche vor, dass er dereinst nach Karrierenende sein Wissen in Cheffunktion einbringen könne. Der Direktbetroffene ist aber noch nicht so weit: «Das ist mir noch nicht richtig in den Sinn gekommen, ich werde zuerst noch sehr oft als Spieler hierherkommen. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass mir das Turnier sehr am Herzen liegt und ich bin offen für alle Gespräche.»

Federer hielt nach der Siegerehrung die Tradition aufrecht und ass mit den Ballkindern Pizza und verbrachte Zeit mit ihnen. Für ihn ganz logisch: «Für sie ist das unvergesslich und für mich ja auch. Wie gerne hätte ich es als Balljunge gehabt, wenn einmal ein Spieler zu uns reingekommen wäre und sich mit uns abgegeben hätte.» Anschliessend hoffte er, dass er den schönen Goldpokal nach dem dritten aufeinanderfolgenden Sieg behalten könne: «Ich gehe lieber mit einer Trophäe nach Hause als ohne. Und er erinnert ja sehr an den Wimbledon-Pokal, den ich dieses Jahr nicht habe.» Roger Brennwald konnte ihm diesen Wunsch allerdings nicht erfüllen, da die Trophäe sehr teuer ist und es schwierig wäre, einen ähnlichen Pokal wieder herstellen zu lassen.

Fragezeichen um die nahe Zukunft

Immer noch nicht gefallen ist der Entscheid, ob Federer diese Woche auch in Paris-Bercy antritt, oder sich vor dem Masters in Schanghai eine zusätzliche Woche Pause gönnt. «Ich werde mich montags entscheiden, wohl so gegen Mittag. Im Moment fühle ich mich okay, aber ich will auch schauen, wie es am Montag aussieht.»

si/fal

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