Frohnatur mit Talent

Simona Waltert ist im Halbfinal von Wimbledongescheitert. Bei Swiss Tennis setzt man grosse Hoffnungen in die Bündner Juniorin.

Talentiert: Die 16-jährige Simona Waltert.

Talentiert: Die 16-jährige Simona Waltert.

(Bild: Keystone)

Adrian Ruch

Am Juniorenturnier von Wim­bledon war Swiss Tennis nicht ­vertreten. Beim weiblichen Nachwuchs sieht die Situation deutlich besser aus. Drei Schweizerinnen figurierten im Haupttableau; die Beste des Trios, Simona Waltert, erreichte an ihrem erst zweiten Rasenturnier sogar den Halbfinal. Dieser bedeutete gestern allerdings Endstation; die Bündnerin unterlag der Amerikanerin Ann Li mit 6:7 (4:7), 1:6.

Alessandro Greco, Leistungssportchef von Swiss Tennis, bescheinigt Waltert «grosses Potenzial. Wir glauben daran, dass sie dereinst auch bei den Erwachsenen Grand-Slam-Turniere bestreiten wird.» Es gelte aber, den Ball flach zu halten, «denn der Weg ist noch sehr weit».

Unter der Woche in Biel

Simona Waltert wohnt seit einem Jahr gemeinsam mit Mutter Claudia in Biel, wo sie im Nationalen Leistungszentrum in der Gruppe von Kai Stentenbach trainiert. In dieser Zeit hat sie einen grossen Leistungssprung gemacht. In der Weltrangliste der Juniorinnen belegt sie Platz 21, Tendenz steigend.

In der raren Freizeit lernt die 16-Jährige Französisch und Englisch. Die Wochenenden verbringt Waltert, wenn sie kein Turnier bestreitet, im Kreis ihrer Familie in Chur. Greco spricht von «besten Voraussetzungen. Simona hat ein gutes Spiel, einen guten Körper und ein gutes Umfeld.» Zudem bezeichnet er die begabte Juniorin als Frohnatur.

Ein Foto mit Roger Federer

Diesen Eindruck erweckte sie auch in Wimbledon beim Treffen mit vier Schweizer Journalisten. Trotz der Englischlektionen atmete sie hörbar auf, als sie realisierte, dass sie in Mundart würde Auskunft geben können. Freudig erzählte sie danach, dass sie sich mit Roger Federer fotografieren lassen konnte. «Das ist sehr wichtig.» Bei den Frauen gefällt ihr vor allem die Spielweise der Polin Agnieszka Radwanska. «Sie spielt taktisch schlau und hat ein gutes Händchen.»

Die Bündnerin mag die Berge. «Ich fahre gern mit der Seilbahn in die Höhe, am liebsten aufs Rothorn. Dort hat man eine tolle Aussicht auf die Gipfel», berichtet sie. Im Tennis muss der Weg nach oben ohne maschinelle Hilfe bewältigt werden. Simona Walterts nächster Zwischenhalt ist die Nachwuchs-EM in Klosters.

Berner Zeitung

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