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«Für mich fängt die Saison nach Paris erst richtig an»

Roger Federer wird bis zum French Open wohl kein Turnier mehr bestreiten. Der Fokus gilt Wimbledon – und seiner Familie, wie er nach ­seinem Finalsieg über Rafael Nadal in Miami sagte.

Im Hoch: Roger Federer konnte sich in Miami feiern lassen.
Im Hoch: Roger Federer konnte sich in Miami feiern lassen.

Können Sie sich erklären, warum das Comeback dermassen gut verläuft?Roger Federer: Ich kann es nicht. Beim Warm-up vor dem Final sagte ich zu Severin (Lüthi – Red.), meinem Coach: Hätte ich nur diesen Final in Miami, kein Indian Wells, kein Australian Open – ich wäre trotzdem sehr glücklich. Doch ich habe viel mehr. Es ist traumhaft, auf den Courts herumzurennen und zu sehen, dass der Körper gut darauf reagiert. Ich könnte nicht glück­licher sein.

Wie geht es weiter?Jetzt mache ich eine Pause. Weil der Körper eine Pause braucht, der Kopf eine Pause braucht und die Familie mich braucht. Ich will bei ihr sein, darauf freue ich mich jetzt.

Das Resultat gegen Nadal sieht deutlich aus.Es war ein enges Spiel. Wenn du es nicht gesehen hast, nur das Resultat, denkst du vielleicht: Okay, aus einem Guss, ein paar Pausen, und das wars. Das ist nicht die ganze Geschichte. Rafa hatte seine Chancen im ersten und im zweiten Satz, es war knapp. Ich war wohl bei den Big Points ein bisschen besser. Warum, kann ich nicht sagen. Die Dinge liefen gut für mich. Ich war im Kampfmodus und wollte mich irgendwie über Wasser halten. Es war körperlich und mental eine auslaugende Woche.

Was haben Sie in den drei ­Monaten seit dem Comeback über sich gelernt?Dass die offensive Art, wie ich seit der Rückkehr spiele, die richtige für mich ist. Der Sieg an einem grossen Turnier wie dem Australian Open gibt natürlich Selbstvertrauen, dieses hilft dir durch eine Menge harte Spiele. Ich profitiere zurzeit definitiv vom Selbstvertrauen und von der richtigen Einstellung im Kopf. Ich bin in jedem Match fokussiert.

Sie sagten nach dem Final, das French Open sei das nächste Turnier. Blicken Sie schon ­Richtung Rasensaison?Im Moment denke ich eher daran, mich auszuruhen, dafür zu sorgen, dass ich eine Pause bekomme. Am 10. April spiele ich den Match for Africa, in den Wochen danach bleibe ich wohl auf Hartplätzen. Der Plan ist, zwei Wochen vor dem French Open auf Sand zu wechseln. Für mich fängt die Saison nach Paris erst richtig an. Klingt verrückt, aber so sah ich das schon immer.

Ist Wimbledon das grösste Ziel 2017?Wahrscheinlich schon. Wimbledon muss in näherer Zukunft das grosse Ziel sein. Dann kommen die amerikanischen Hardcourts und dann die ATP Finals. Das French Open davor ist Zugabe. Mal sehen, was sich ergibt. Ich habe überhaupt keinen Druck. Die zweite Saisonhälfte hat jetzt Priorität, auch darum nehme ich eine Auszeit.

Reizt es Sie nicht, vor Roland Garros öfter zu spielen, jetzt, wo es so glänzend läuft?Wie gesagt, ich bin nicht mehr 24, ich muss mir meine Momente herauspicken. Ich muss auf meine Gesundheit schauen und darauf, dass ich in allen Belangen meines Lebens glücklich bin. Der Verzicht kann sich als gute Sache erweisen. Ich nehme lieber eine Auszeit und komme voller Energie und Zufriedenheit zurück, als dass ich irgendwo bin und die Leute sehen, dass ich nur wegwill. So einer möchte ich nicht sein, wirklich nicht.

Nur Jimmy Connors und Ivan Lendl haben mehr Turniere ­gewonnen als Sie mit ihren 91. ­Haben Sie das im Kopf?Es wäre schön, hundert Turnierseige zu schaffen – einfach, weil es eine schöne Zahl ist. Aber ich suche mir deswegen keine kleinen Turniere aus. Wie gesagt, die Gesundheit kommt vor jedem Rekord.

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