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Leichtes Spiel in London für Federer

Roger Federer setzt sich zum Auftakt seines 15. Finalturniers gegen Jack Sock in zwei Sätzen durch. Im Vergleich mit dem Debütanten reicht dem Schweizer ein mittelmässiger Auftritt zum Sieg.

Stilistisch einwandfrei: Roger Federer bewegt sich auch bei seiner 15. Finalturnier-Teilnahme auf dem erforderlichen Niveau.
Stilistisch einwandfrei: Roger Federer bewegt sich auch bei seiner 15. Finalturnier-Teilnahme auf dem erforderlichen Niveau.
Keystone

Mit staunenden Augen lief Jack Sock in die mit gegen 17'000 Anhängern gefüllte O2-Arena im Osten Londons. «Es war ein riesiger Spass, in eine solche Atmosphäre einzutauchen», schwärmte der 1,91 Meter grosse Amerikaner, der sich dank seines überraschenden Turniersiegs in Paris-Bercy als letzter Spieler und erster Amerikaner seit Mardy Fish vor fünf Jahren für das Saisonfinalturnier der besten acht qualifiziert hatte.

Dann kam Roger Federer und setzte dem Spass erst mal ein abruptes Ende. 6:4, 7:6 obsiegte der Favorit, der solid agierte, aber noch über reichlich Reserven verfügen dürfte.

«In diesem Jahr ist das Turnier speziell, weil es viele neue Gesichter hat. Das könnte ein kleiner Vorteil für mich sein.»

Roger Federer

Sock kann Federer mit seinem verhältnismässig eindimensionalen Spiel lediglich dann in Schwierigkeiten bringen, wenn er extrem gut aufschlägt. Er gab jedoch seinen Service gleich im ersten Game ab und blieb im gesamten Match beim Aufschlag Federers chancenlos. «In diesem Jahr ist das Turnier speziell, weil es viele neue Gesichter hat», stellte der 36-jährige Basler fest.

«Und ich denke, das könnte ein kleiner Vorteil für mich sein.» Federer lässt sich von der Atmosphäre zwar gern beflügeln, übermässig beeindruckt ist er aber nicht mehr. Kein Spieler hat am früher Masters genannten Turnier öfter teilgenommen als der Schweizer.

Luft nach oben

Wie so oft zu Beginn eines Turniers muss aber auch er zuerst die Betriebstemperatur finden. Im zweiten Satz vergab Federer fünf Breakmöglichkeiten. Im fälligen Tiebreak half ihm dann Sock, der zwar ordentlich spielte, aber eine gewisse Nervosität nicht kaschieren konnte. Bei 4:4 unterlief dem Amerikaner ein Doppelfehler, nach 91 Minuten nutzte Federer seinen ersten Matchball mit einem Servicewinner.

Er blieb damit auch im vierten Duell mit Sock ohne Satzverlust. Ebenso hat er in diesem Jahr in Englands Hauptstadt noch keinen Umgang abgegeben, weil er bereits bei ­seinem Wimbledon-Triumph makellos geblieben war. Der Baselbieter feierte seinen 50. Sieg in diesem Jahr – bei lediglich vier Niederlagen.

Federer war mit seinem Auftritt zwar zufrieden, sah aber noch viel Luft nach oben. Nach dem Turniersieg in Basel habe er lange gebraucht, um wieder den Tritt zu finden, hielt er fest. «Heute hatte ich aber eine gute Energie, von all den Tagen seit dem Final gegen Del Potro fühlte ich mich heute am besten.» Er werde sich aber in den kommenden Matchs sicher noch steigern – wie die anderen Spieler auch.

Erinnerungen an 2002

Bei seiner 15. Teilnahme gewann Federer seine Auftaktpartie zum 12. Mal. Erstmals war dies bei seiner Premiere der Fall gewesen, im Jahr 2002, als er gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero die Oberhand behalten hatte. Er erinnert sich noch gut: «Das war ein riesiger Moment, ein riesiges Happening.» Er habe, als damals 21-Jähriger, die anderen Spieler «sehr eng analysiert».

Überhaupt ist Federer nur einmal in der Vorrunde gescheitert; es geschah 2008, als er unter einer Magenverstimmung litt. Mit sechs Titeln ist er am Finalturnier alleiniger Rekordhalter, der letzte Triumph liegt allerdings bereits sechs Jahre zurück.

Im zweiten Gruppenspiel trifft Federer am Dienstag auf Alexander Zverev oder Marin Cilic.

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