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Masters: Federer muss gegen Murray gewinnen

Im zweiten Gruppenmatch des Masters hat der angeschlagene Roger Federer gegen Ersatzmann Radek Stepanek (Tsch) mit 7:6 (7:4), 6:4 gewonnen. Um in die Halbfinals vorzustossen, muss der Schweizer Andy Murray schlagen.

Der erste Sieg beim Masters Cup 2008 ist im Trockenen: Roger Federer bezwang Ersatzmann Radek Stepanek in zwei Sätzen. Damit wahrte sich der Baselbieter die Chance auf den Halbfinal-Einzug.
Der erste Sieg beim Masters Cup 2008 ist im Trockenen: Roger Federer bezwang Ersatzmann Radek Stepanek in zwei Sätzen. Damit wahrte sich der Baselbieter die Chance auf den Halbfinal-Einzug.
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Obwohl offensichtlich nicht fit angetreten, liess Federer gegen Stepanek gelegentlich seine Klasse aufblitzen.
Obwohl offensichtlich nicht fit angetreten, liess Federer gegen Stepanek gelegentlich seine Klasse aufblitzen.
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Roddick hätte der zweite Gegner von Federer sein sollen. Doch der Amerikaner hatte im Training eine Knöchelverletzung erlitten und musste Forfait geben. Nach der verletzungsbedingten Absage von Branchenleader Rafael Nadal war das ein weiterer Schlag für das Saisonfinale der ATP.
Roddick hätte der zweite Gegner von Federer sein sollen. Doch der Amerikaner hatte im Training eine Knöchelverletzung erlitten und musste Forfait geben. Nach der verletzungsbedingten Absage von Branchenleader Rafael Nadal war das ein weiterer Schlag für das Saisonfinale der ATP.
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Die Ausgangslage für Federer vor dem letzten Gruppenspiel in Shanghai ist klar. Gewinnt er am Freitag gegen Murray, ist er für den Halbfinal qualifiziert – bei einer Niederlage wäre er ausgeschieden.

Folgende Kriterien entscheiden: 1. Höhere Anzahl Siege. 2. Höhere Anzahl bestrittener Spiele. 3. Direktbegegnung. 4. Satzverhältnis.

Bei einem Sieg von Federer: Federer ist als Gruppensieger und Murray als Zweitplatzierter qualifiziert, Gilles Simon ist ausgeschieden - auch im Fall eines Sieges gegen Radek Stepanek. Murray, Federer und Simon stünden dannzumal mit zwei Siegen zu Buche. Federer hätte bei einem Sieg mit 2:1 Sätzen gegen Murray ein Satzverhältnis von 5:3 Sätzen, der Schotte auch, Federer wäre aufgrund der Direktbegegnung Gruppensieger. Murray wiederum wäre Zweiter, weil er die Direktbegegnung gegen Simon gewonnen hat.

Bei einer Niederlage von Federer: Murray ist Gruppensieger, Simon Zweiter, sogar wenn er gegen Stepanek verlieren sollte. In diesem Fall hätten Federer, Simon und Stepanek je einen Sieg. Stepanek kann sich aber nicht mehr qualifizieren, weil er ein Spiel weniger ausgetragen hat. Zwischen Simon und Federer entscheidet die Direktbegegnung.

Murray setzte sich gegen Federer-Bezwinger Simon problemlos 6:4, 6:2 durch. Simon hatte gegen Murray praktisch nur eine gute Phase, als er von 1:4 auf 3:4 verkürzen konnte. Anschliessend dominierte der Schotte praktisch nach Belieben, und Simon war in der Schlussphase auch ziemlich frustriert. Murray beendete die Reprise des Madrid-Finals nach etwas mehr als eineinhalb Stunden.

Nicht zu hunderprozent fit

Federer gestand nach seinem Erfolg gegen Stepanek, für den er 101 Minuten benötigte, dass er krank angetreten war. «Ich bin froh, dass ich nun bis zum Freitag eine Pause habe. Ich fühle mich sehr müde.» Die Nummer 2 der Welt ist aber glücklich, dass sein Rücken keine grösseren Probleme verursacht.

Der Spielverlauf im Einzelnen:

2. Satz:

6:4: Federer hat drei Breakchancen sowie drei Matchbälle - und kann gleich den ersten Matchball verwerten. Er bekommt Schützenhilfe, weil Stepanek zum Abschluss einen Doppelfehler begeht.

5:4: Federer nützt diese Chance nicht, er verliert das Game deutlich, indem er nur einen Punkt gewinnt. Stepanek zeigt sich hartnäckig, während der Schweizer nicht in Topform ist.

5:3: Federer gelingt endlich das Break und kann nun zum Matchgewinn aufschlagen.

4:3: Federer lässt gelegentlich seine Klasse aufblitzen. Der ehemalige Freund von Martina Hingis wehrt sich aber mit Kräften. Dennoch: Der Favorit, die Nummer 2 der Welt, geht wieder in Führung.

3:3: Federer war nahe dran vor der Breakchance, verschlägt aber zwei Bälle, die er normalerweise zu Punkten verwertet. Damit gibt er Stepanek die Möglichkeit, auszugleichen.

3:2: Federer schnappt sich die Führung wieder an sich. Ihm gelingen zwischendurch ausserordentlich schöne Bälle.

2:2: Auch Stepanek bringt seinen Service zu Null durch.

2:1: Federer bringt seinen Aufschlag zu Null durch. Er geht mit 2:1 in diesem zweiten Durchgang in Front.

1:1: Das bisher am härtesten umkämpfte Game. Federer hat zwei Breakchancen, kann diese aber nicht ausnützen. Schliesslich holt sich Stepanek das Game. Immerhin: Die Vorhand von Federer wird besser.

1:0: Federer beginnt den 2. Satz mit seinem Aufschlag und bringt dieses mit Mühe durch. Allerdings: Er beendet dieses Game mit seinem vierten Ass.

1. Satz:

7:6: Federer holt sich das Tiebreak mit 7:4, nachdem er früh mit 4:1 und 5:2 geführt hat. Der Baselbieter wirkt entschlossener als in den Games zuvor. Dieser Satzgewinn ist wichtig für das weitere Abschneiden dieses speziellen Turniers am Ende der Saison.

6:6: Tiebreak: Federer gewinnt das Aufschlaggspiel und beendet dieses mit seinem zweiten Ass.

6:5: Stepanek geht abermals in Führung und profitiert von der Inkonstanz des favorisierten Gegners. Federer wirkt uninspiriert, teilweise fast etwas lustlos.

5:5: Mit einem Servicewinner gleicht Federer aus. Immerhin kann er sich auf seinen Aufschlag verlassen.

5:4: Stepanek geht erneut in Front, Federer wirkt unkonzentriert und nicht ganz bei der Sache. Der Ersatzmann beweist, dass er seine Ersatzrolle an diesem Finale ernst nimmt.

4:4: Federer gleicht wieder aus und macht einen Punkt mit einem Zauberschlag. Aber wie schon am Montag macht er zu viele ûnforced Errors mit seiner Vorhand. Federer muss schauen, dass er zu einem Zweisatz-Sieg gegen Stepanek kommt.

4:3: Der Tscheche geht nach seinem Servicegewinn wieder in Front. Bei Federer stellt sich die Frage: Kann er die Angst wegen seinem lädierten Rücken ablegen oder nicht? Im Moment wirkt der Baselbieter gehemmt.

3:3: Federer gewinnt das Aufschlagsspiel souverän zu Null und kann ausgleichen. Der Schweizer weiss, dass er unter Erfolgszwang steht.

3:2: Stepanek bringt mit Mühe seinen Service durch und geht in Führung. Für Federer ist die Ausgangslager klar: Er muss gewinnen, wenn er in die Halbfinals kommen will. Das steht nach dem Zweisatzsieg des Schotten Andy Murray gegen den Franzosen Gilles Simon fest.

2:2: Aber Stepanek gelingt das Rebreak. Federer macht einen ähnlich fahrigen Eindruck wie in den letzten beiden Sätzen gegen Gilles Simon. Es passiert ihm auch schon der erste Doppelfehler.

2:1: Federer gelingt das Break und führt 2:1.

1:1: Auch Federer hat keine Mühe, seinen Aufschlag durchzubringen. Es steht 1:1 im 1. Satz.

1:0: Stepanek schlägt auf und gewinnt sein erstes Service-Game problemlos.

Andy Roddick aus den USA hätte heute am frühen Nachmittag gegen Roger Federer antreten sollen. Eine Knöchelverletzung, die er sich gestern im Training zugezogen hat, machte ihm einen Strich durch die Rechnung. «Durch die Verletzung bin ich in meiner Beweglichkeit stark eingeschränkt. Das sind keine guten Voraussetzungen, um gegen Federer zu spielen», erklärte Roddick rund zwei Stunden vor Matchbeginn.

Federer, der sein ersten Gruppenspiel verloren hat, trifft nun auf Ersatzmann Radek Stepanek (ATP 27), der von Roddick schon rund neun Stunden vor dem Match über den möglichen Forfait informiert worden war. Stepanek, der nur dank der vielen Absagen als Ersatzmann nach China reisen konnte, hat gegen Federer eine 2:6-Bilanz. In diesem Jahr gewann der Osteuropäer in Rom gegen Federer, verlor aber die letzten beiden Begegnungen beim US Open und in Madrid.

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