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Nadal empört sich über britische Steuern

Weil der britische Staat enorme Steuern auf Preis- und Sponsorengelder von Sportlern erhebt, kann Tennisstar Rafael Nadal sogar Geld verlieren, wenn er im Vereinigten Königreich antritt.

190'000 Franken für eine Woche: Grossbritannien ist für Rafael Nadal ein teures Pflaster.
190'000 Franken für eine Woche: Grossbritannien ist für Rafael Nadal ein teures Pflaster.
Keystone

Es klingt wie ein schlechter Scherz, und doch ist es Tatsache. Wenn einer der grossen Stars der Tennistour in Grossbritannien bei einem Turnier früh ausscheidet, zahlt er für seine Arbeit sogar noch drauf. Der Grund für die Absurdität ist das britische Steuergesetz. Dieses besagt, dass Sportler nicht nur 50 Prozent ihres auf der Insel verdienten Preisgeldes dem Fiskus überlassen müssen, sondern auch noch die Hälfte der in diesem Zeitraum verdienten Sponsoring-Millionen.

Für Rafael Nadal, der kürzlich seinen Start am Wimbledon-Vorbereitungsturnier im Londoner Queen's Club absagte und stattdessen für ein Handgeld von einer Million Franken im westfälischen Halle spielen wird, sind die Zustände in Grossbritannien unhaltbar. «Was im Vereinigten Königreich mit den Steuern passiert, ist wirklich hart», so der Weltranglistenzweite am Rande des Masters-1000-Turniers von Shanghai. Wenn er etwa im Queen's Club aufschlage, riskiere er sogar, Geld zu verlieren.

Dies wäre der Fall, wenn er nach Abzug seiner Ausgaben weniger Preisgeld einstreicht als ihm der Staat von seinen Sponsoring-Einnahmen abzieht. Nadal verdient mit Werbung rund 10 Millionen Franken im Jahr. Das bedeutet dass ihn ein einwöchiger Arbeitsaufenthalt in Grossbritannien schon einmal gut 190'000 Franken kostet.

Nadal ist nicht der erste berühmte Sportrepräsentant, der die vom früheren Premierminister Gordon Brown im Zuge der Wirtschaftskrise geschaffene Steuerregelung kritisiert. Unter anderem lehnte sich schon Fussballtrainer Arsène Wenger vom FC Arsenal gegen die Reform auf. Wenger glaubt, dass das neue System die Wettbewerbschancen der Premier-League-Klubs schmälere. Bis zum 1. Januar 2010 hatte der Maximalsteuersatz im Vereinigten Königreich für Sportler aus dem Ausland 26 Prozent betragen.

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