Nadal in der Krise – alles spricht für Federer

Was bedeutet Rafael Nadals Out in Cincinnati für das US Open – und was für das Rennen um die Nummer 1?

Eine halbe Tennisewigkeit ist es her: Roger Federer küsst am 8. September 2008 zum bislang letzten Mal die US-Open-Trophäe.

Eine halbe Tennisewigkeit ist es her: Roger Federer küsst am 8. September 2008 zum bislang letzten Mal die US-Open-Trophäe.

(Bild: Keystone)

Eine gute Woche vor dem Start des US Open (28. August bis 10. September) ist Roger Federer trotz des Verzichts auf das Masters-1000-Turnier von Cincinnati mehr denn je der grosse Titelfavorit. Die Wettanbieter führen den Schweizer mit einer Quote von 2,2:1. Dahinter folgen Rafael Nadal (3,25:1), Andy Murray (6,5:1) und Alexander Zverev (10:1). Stan Wawrinka und Novak Djokovic, die zum Kreis der Siegesanwärter gehört hätten, fallen bis zum Saisonende aus.

Dass Nadal Federer in Flushing Meadows gefährden kann, scheint zumindest fraglich. Der Spanier, der Anfang Juni in eindrücklicher Manier seine zehnte French-Open-Krone gewonnen hatte, blieb seither stark hinter den Erwartungen zurück.

In Wimbledon kam das Out für ihn in der 4. Runde gegen den Luxemburger Gilles Muller (damals ATP 26) – 3:6, 4:6, 6:3, 6:4, 13:15. In Montreal bedeutete Denis Schapowalow (ATP 143) in den Achtelfinals Endstation, 6:3, 4:6, 6:7 lautete das Verdikt. In Cincinnati war es nun das australische Enfant terrible Nick Kyrgios (ATP 23), das Nadal mit 6:2, 7:5 in den Viertelfinals eliminierte. Auf den Tag genau neun Jahre nach dessen erstmaliger Eroberung der Spitzenposition in der Weltrangliste.

Für den von Nadal in diesem Sommer von Platz 1 verdrängten Murray ist die Saison bislang eine zum Vergessen. Blessuren und frühe Niederlagen pflastern den Weg des Schotten. Einzige Ausreisser gegen oben: der Sieg am ATP-500-Event von Dubai und die Halbfinalqualifikation am French Open. Am Australian Open schied Murray in den Achtelfinals aus, in Wimbledon in den Viertelfinals.

Vor dem US Open liegt Nadal im Ranking 495 Zähler vor Murray, Federer folgt dicht dahinter. Der Grosse Vorteil des 19-fachen Major-Champions: Im Gegensatz zu seinen Rivalen hat er am letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres keine Punkte zu verteidigen. Murray war dort 2016 Viertelfinalist, Nadal Achtelfinalist.

An den vier Events der höchsten Kategorie werden die Punkte wie folgt verteilt: Sieg 2000, Final 1200, Halbfinals 720, Viertelfinals 360, Achtelfinals 180, 3. Runde 90, 2. Runde 45.

Federers fünfter und bisher letzter US-Open-Triumph liegt bereits neun Jahre zurück, das Endspiel erreichte er 2015 zum letzten Mal. Es ist davon auszugehen, dass sich der 36-Jährige bis zum Turnierbeginn am Montag in einer Woche von seinen Rückenproblemen erholt haben wird.

ak

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