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Nadal muss auf besseres Wetter warten

Andy Murray steht in Wimbledon als erster der Titelfavoriten in den Achtelfinals. Rafael Nadals Partie gegen den Luxemburger Gilles Muller musste hingegen wegen Regens abgebrochen werden.

Das Spiel ist unterbrochen: Rafael Nadal rennt vom Platz.
Das Spiel ist unterbrochen: Rafael Nadal rennt vom Platz.
Keystone

Andy Murray setzte sich gestern Abend gegen den Kroaten Ivan Ljubicic 6:4, 4:6, 6:1, 7:6 (7:4) durch. Der Schotte hatte in der dritten und letzten Partie gestern Donnerstag auf dem Centre Court keine leichte Aufgabe erwartet. Obwohl der 32-jährige Ljubicic in Wimbledon noch nie über die 3. Runde hinausgekommen war, hatte er den Schotten zuvor in sechs Duellen schon dreimal bezwungen. Auch gestern Abend forderte die Nummer 33 des Rankings unter Flutlicht in der zur Halle umfunktionierten Arena den Hoffnungsträger des britischen Königreichs.

Nachdem Ljubicic im ersten Durchgang ein Breakvorsprung nicht zum Satzgewinn reichte, schaffte er dank einem frühen Break in Durchgang zwei den Gleichstand. Nachdem sich der Kroate nach dem klar verlorenen dritten Satz noch einmal zu steigern vermochte, boten die beiden im vierten Durchgang hochklassiges Tennis. Murray gelang dank einigen herrlichen Passierschlägen das vermeintliche vorentscheidende Break zum 3:2. Doch Ljubicic kam noch einmal zurück, obwohl Murray den spektakulärsten Punkte der Partie verbuchte, als er nach einem doppelten Netzroller den Kroaten mit einem Schlag zwischen den Beinen passierte.

In den Achtelfinals am Montag trifft Murray nun auf den Franzosen Richard Gasquet (ATP 13), der sich gegen den Italiener Simone Bolelli, den Bezwinger von Stanislas Wawrinka, problemlos in drei Sätzen durchsetzte. Wie Murray, den Halbfinalisten der letzten beiden Jahre, hatte sich auch Gasquet bereits einmal an der Church Road für die Runde der letzten vier qualifiziert. 2007 verlor der Franzose im Halbfinal gegen Roger Federer in drei Sätzen.

Nadal wehrte Satzbälle ab

Bereits am frühen Nachmittag war Andy Roddick als erster Top-Ten-Spieler gescheitert. Der dreifache Wimbledon-Finalist verlor seine Drittrundenpartie gegen den Spanier Feliciano Lopez 6:7 (2:7), 6:7 (2:7), 4:6. Das Duell der beiden Aufschlagspezialisten entschied Lopez (ATP 44) aufgrund seines fast fehlerlosen Spiels in den beiden Tiebreaks für sich und qualifizierte sich damit bereits zum fünften Mal für die Achtelfinals im Südwesten Londons. 2005 und 2008 hatte der 29-Jährige aus Toledo, dem insgesamt 28 Asse gelangen, sogar die Runde der letzten acht erreicht. «Andy auf diesem Court zu schlagen, ist sehr speziell», sagte Lopez, der von seinem womöglich wichtigsten Sieg an einem Grand-Slam-Turnier sprach. Bei 57 Winnern produzierte der Spanier nur sieben unerzwungene Fehler.

Die Partie von Lopez' Landsmann Rafael Nadal musste vertagt werden. Der 25-jährige Mallorquiner hatte auf dem Court 1 gegen den Luxemburger Gilles Muller (ATP 92) den ersten Satz gewonnen, ehe der Himmel über London zum wiederholten Mal in dieser Woche die Schleusen öffnete und die Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf den Aussenplätzen nicht mehr zuliess.

Minuten zuvor war der Titelverteidiger kurz vor dem ersten Satzverlust in diesem Turnier gestanden. Beim Stand von 5:6 und 15:40 aus Sicht Nadals, hatte der Weltranglisten-Erste zwei Satzbälle gegen sich, die er aber nervenstark und mit Bravour abwehrte. Das entscheidende Minibreak in der Kurzentscheidung gelang Nadal beim Stand von 6:6, als Muller ein Doppelfehler unterlief. Wie Nadal in Wimbledon zu bezwingen ist, weiss der erst zweite luxemburgische Spieler der Grand-Slam-Historie allerdings aus eigener Erfahrung: 2005 hatte der 28-Jährige das Duell der beiden Linkshänder in der 2. Runde in vier Sätzen für sich entschieden.

Pironkova gelang Revanche

Bei den Frauen verabschiedete sich die Weltranglisten-Zweite Vera Swonarewa aus dem Turnier. Die wegen einer Fussverletzung handicapierte Russin verlor die Neuauflage des letztjährigen Halbfinals gegen Tsvetana Pironkova, die sie 2010 noch klar bezwungen hatte, 2:6, 3:6. Die Bulgarin trifft nun auf Venus Williams, die sich ohne Probleme für die Achtelfinals qualifizierte. Die fünffache Wimbledon-Siegerin gab gegen Maria Jose Martinez Fernandez (Sp) nur zwei Games ab. Mit Laura Robson, die Maria Scharapowa einen Satz lang fordern konnte, und Elena Baltacha (gegen Shuai Peng) schieden noch vor Ende der ersten Turnierwoche die letzten zwei Britinnen aus dem Turnier aus.

Für die grösste Überraschung des Tages sorgte die Russin Xenia Perwak, die Nummer 89 der Weltrangliste. Die in Berlin wohnhafte 20-jährige aus Tscheljabinsk besiegte die Deutsche Andrea Petkovic (WTA 13) 6:4, 7:6 (7:2) und feierte damit den bisher grössten Erfolg ihrer Karriere. Vor Wimbledon hatte Perwak an einem Grand-Slam-Turnier noch keine Partie gewonnen.

si/rub

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