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Nicht der Sturz ist Schuld an Federers Auszeit

Die Meldung, dass Roger Federer 2016 keine Wettkämpfe mehr bestreiten wird, hat viel Staub aufgewirbelt. Coach ­Severin Lüthi sagt, Federer habe nach der Operation nie mehr das volle Leistungsvermögen erreicht.

Roger Federer plant langfristig und bringt daher ein Opfer.
Roger Federer plant langfristig und bringt daher ein Opfer.
Keystone

Stan Wawrinka (ATP 5) rang in Toronto den Russen Michail Juschni (ATP 61) 7:6, 7:6 nieder. Danach wurde er an der Pressekonferenz nicht nur nach seiner Leistung, sondern auch zu Roger Federers vorzeitigem Saisonende befragt. Der Waadtländer sprach von einer traurigen Nachricht. «Alle werden ihn auf der Tour vermissen, die Spieler, die Turnierveranstalter und speziell die Fans. Er ist grossartig fürs Tennis, daher hoffen wir alle, dass er nächstes Jahr stark zurückkommen wird.»

Auch viele andere ­Berufskollegen des Baselbieters äusserten ihr Bedauern. Bemerkenswert war die Aussage, die der Amerikaner Sam Querrey gegenüber einer Reporterin der «New York Times» machte: «Jedes Turnier ist besser, wenn Roger dabei ist. Es geht auch um die kleinen Dinge in der Garderobe – er ist immer so nett zu allen.

Wenn seine Matchs im TV gezeigt werden, schauen alle zu. Er zieht ganz allein Abertausende von Leuten an und füllt die Stadien. Er hat einen positiven Einfluss. Ich persönlich bin deprimiert, weil er bis zum Jahresende nicht dabei sein wird. Ich mag es, wenn er da ist.»

Der Rücktritt ist kein Thema

Severin Lüthi, der Coach Federers, sagte am Telefon, der Sturz des Baselbieters im Wimbledon-Halbfinal sei nicht entscheidend gewesen. «Ich bin kein Arzt, doch so wie ich es verstanden habe, ist die Verletzung deswegen nicht neu aufgebrochen. Tatsache ist aber, dass Roger nach der Operation nie mehr das volle Leistungsvermögen erreicht hat.» Laut dem Berner ist im Team auch über die Option diskutiert worden, die Saison erst nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro abzubrechen.

Doch Federer habe sich in den letzten Monaten oft am Limit bewegt. «Überschreitest du dieses regelmässig und musst immer deine letzten Kräfte anzapfen, zahlst du irgendwann den Preis. Zum Beispiel, indem du nicht mehr bestimmen kannst, wie und ob es weitergeht. Roger aber will die Entscheidung selber in der Hand haben.» Lüthi betonte auch, dass ein allfälliger Rücktritt intern noch nie ein Thema gewesen sei. «Roger fühlt sich noch frisch; er ist motiviert und will unbedingt weiterspielen.» Wenigstens das ist eine gute Nachricht.

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