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Nur das Zwicken im Oberschenkel macht Wawrinka Sorgen

Stanislas Wawrinka hat nach dem Fünfsatz-Erfolg gegen Sam Querrey auch in seinem ersten Major-Viertelfinal grosse und berechtigte Ambitionen. Sein Oberschenkel ist dabei das grösste Fragezeichen.

Bandage gegen den Schmerz: Wawrinka lässt sich im Spiel gegen Querrey behandeln.
Bandage gegen den Schmerz: Wawrinka lässt sich im Spiel gegen Querrey behandeln.
Keystone

5:4 im fünften Satz nach fast viereinhalb Stunden: Während Sam Querrey nur sehr langsam aufsteht, als Schiedsrichter Carlos Bernardes «time» ruft, sprintet Stanislas Wawrinka in bester Nadal-Manier hinter die Grundlinie und tänzelt dort wie ein Boxer. Keine Frage, der Romand ist physisch stärker und kann diesen Vorteil in dieser Schlussphase in die Waagschale werfen.

Als er nach 4:28 Stunden den Matchball versenkt, ist dies auch diesem körperlichen Plus zu verdanken. «In den letzten vier Games war er doch sehr müde», so Wawrinka, der selber zwischen Sonntag und Dienstag 8:24 Stunden Match-Tennis absolviert hat.

Den Matchball verwandelte er - wie schon den Satzball im dritten Durchgang - indem er nach dem Return ans Netz vorrückte und so Druck auf den Gegner ausübte. Diese Chip-and-Charge-Taktik, einst vom neuen Federer-Trainer Paul Annacone entwickelt, hätte Wawrinka vor kurzem wohl noch niemand zugetraut, der Einfluss von Peter Lundgren macht sich aber auch in dieser Hinsicht stark bemerkbar.

Mehr Offensivgeist dank Trainer Lundgren

«Ich bin vor allem wegen den schwierigen Windbedingungen so häufig vorgerückt und weil ich gemerkt habe, dass Querrey müde wurde. Aber früher wäre ich wohl hinten geblieben. Peter Lundgren glaubt aber stark an mich und meine Qualitäten», erklärte Wawrinka.

Der Weltranglisten-27. ist erst der fünfte Schweizer, der es bei einem Major unter die letzten acht geschafft hat. Vor ihm war dies Heinz Günthardt (Wimbledon und US Open 1985), Jakob Hlasek (Paris 1991), Marc Rosset (Paris 1996 und Melbourne 1999) und natürlich Roger Federer gelungen. «Diese Viertelfinal-Qualifikation ist ein Lohn für die ganze harte Arbeit in all diesen Jahren. Hier ist jetzt aber noch mehr möglich», so Wawrinka.

«Es ist eine Überdehnung, keine richtige Verletzung»

Die Aussage ist verständlich, kann man sich doch über Michail Juschni als Viertelfinal-Gegner nicht beklagen. Der Russe ist zwar ein brillanter Techniker, der an einem guten Tag viele Widersacher zu Statisten degradieren kann, Konstanz ist aber nicht seine Stärke. Wawrinka kennt das Erfolgsrezept: «Ich werde besser servieren müssen als gegen Querrey und wieder über die ganze Partie aggressiv sein. Er liebt zwar die Bedingungen hier, aber ich habe sicher meine Chance.»

Ein Fragezeichen steht allerdings noch hinter der körperlichen Leistungsfähigkeit des Romands: Die Probleme am Oberschenkel aus dem Murray-Match behinderten ihn auch gegen Querrey. «Es ist eine Überdehnung, keine richtige Verletzung, sondern mehr etwas, das mich stört. Dank dem Tape konnte ich trotzdem gut laufen und ich hoffe, es wird auch gegen Juschni okay sein», sagt Wawrinka.

si

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