«Roger, du kannst meine Leber haben»

Wie ein spanischer Journalist es schaffte, in zwei Minuten mit Roger Federer befreundet zu sein.

Federers Besuch bei «La Resistencia de Movistar+». Video: Movistar+

Roger Federer hat schon Tausende Interviews gegeben. Am Rand des Madrid Open wurde er von einem Moderator einer spanischen Mitternachtsshow namens «La Resistencia de Movistar+» nun aber in ein Gespräch verwickelt, das er nicht so schnell vergessen dürfte und das ihn ununterbrochen zum Lachen brachte.

Zu Beginn des fünfminütigen Interviews, das im Internet viral geht, weist Moderator David Broncano ihn darauf hin, dass es seit zwei Jahren sein Hauptziel sei, ihn als Gast zu haben, und er das Programm eigentlich «Roger-Federer-Show» taufen wollte, was aber nicht möglich gewesen sei. «Danke, dass du lebst», eröffnet er das Gespräch, fragt, ob Federer gut geschlafen habe und es den Kindern gut gehe, ehe er wissen will: «Bist du ein Roboter aus der Zukunft?» Federer: «Nein, ein normaler Kerl, kein Superheld.»

Dann weist Broncano den Tennisspieler mit Bildern von sich und Rafael Nadal sowie der spanischen Bürgermeisterin Manuela Carmena darauf hin, dass sie gemeinsame Freunde hätten. «Und man sagt ja, dass die Freunde deiner Freunde auch deine Freunde sind. Also sind wir jetzt auch ein wenig Freunde?», will er wissen. «Zumindest ein wenig», sagt Federer, es kommt zum Handschlag, das Interview ist noch nicht einmal zwei Minuten alt.

Dann muss der Tennisstar dem TV-Mann samt Schläger seinen Rückhandvolley demonstrieren, was dieser als «beste Bewegung, die Gott je geschaffen hat», bezeichnet und fragt: «Darf ich jetzt weinen?» Dann wird es ernst, Broncano will unvermittelt wissen: «Kennst du deine Blutgruppe?» Federer verneint. Sollte er aber, findet der Komödiant und sagt: «Im Falle eines Unfalls würde ich mich als Organspender zur Verfügung stellen für dich.» Für welches Organ, will Federer lachend wissen. Broncano: «Egal. Nieren, Leber, jederzeit. Wenn du eine Leber brauchst, ruf mich an, ich bin da. Oder ruf Rafa oder Manuela an.»

So geht es weiter, bis Federer gehen muss und ihm der TV-Mann verspricht, sein Studio sei täglich 24 Stunden für ihn bereit, er werde ihm nachreisen und die TV-Show tatsächlich nach ihm benennen. Dann will er wissen, ob sie immer noch Freunde seien. «Je länger das Interview dauert, desto besser», beruhigt ihn Federer. Darauf Broncano: «Das ist wahrscheinlich der beste Tag meines Lebens. Ich habe jederzeit eine Leber für dich. Danke, Roger, du bist der beste Mensch.»

Der 20-fache Grand-Slam-Sieger bedauert beim Verlassen des Studios dann sogar, nicht mehr Zeit gehabt zu haben.

rst

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