Sechs aus Hundert – eine Zeitreise mit Federer

Jeder Turniersieg hat seine eigene Geschichte. Ein Rückblick auf einige seiner schönsten Erfolge.

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Der DurchbruchNeunter Titel, Wimbledon

«Jetzt ist der Moment da, da ich es allen bewiesen habe. Wenn meine Karriere morgen vorbei wäre, wäre es schon fast okay.» Das sagt Federer am Tag, nachdem er als erster Schweizer Mann einen Grand-Slam-Titel holen konnte, und das gleich in Wimbledon (2003). Nachdem er an den Majorturnieren zuvor nie über die Viertelfinals hinausgekommen ist, hat er Andy Roddick im Halbfinal und Mark Philippoussis im Endspiel keinen Satz überlassen – und wurde nicht einmal gebreakt.

Das Meisterstück in den USA11. Titel, Houston

Nur vier Monate nach Wimbledon gelingt Federer ein weiterer Meilenstein. Nachdem er in den USA zuvor noch kein Turnier gewonnen hat, ist er nach einem dramatischen Startsieg über Andre Agassi am ATP-Finale – das damals noch Masters Cup hiess – nicht mehr zu bremsen. Im Westside Tennis Club von Houston trifft er auch im Endspiel wieder auf Agassi und lässt ihm diesmal keine Chance (6:3, 6:0, 6:4). Anfang 2004 wird dann auch der 12. Titel zum unvergesslichen Erlebnis: Diesen holt er am Australian Open, wo er schon vor dem Final gegen Marat Safin als neue Nummer 1 feststeht.

Ein neuer Rivale27. Titel, Key Biscayne

Im 35. Endspiel steht Federer erstmals Rafael Nadal gegenüber. Obwohl 2005 in Key Biscayne vor Miami auf Hartplatz gespielt wird und er die Nummer 1 ist, fällt er 2:6, 6:7, 1:4 zurück – aber er gewinnt die letzten drei Sätze noch 7:6, 6:3, 6:1. Es ist bis heute sein einziger Finalsieg, in dem er einen Matchball abwehren konnte und auch der einzige, in dem er einen 0:2-Satzrückstand wettmachte.

Der Triumph unter dem Eiffelturm59. Titel, Paris

2006, 07 und 08 ist ihm Nadal vor dem Finalsieg in Roland Garros gestanden. Im Titelkampf 2009 trifft Federer auf den Schweden Robin Söderling, den Bezwinger des Spaniers. Er gewinnt 6:1, 7:6, 6:4 und hat schon vor dem Matchball Tränen in den Augen. Er wird damit zum sechsten Mann, der alle vier Majors mindestens einmal gewinnen konnte (nach Perry, Budge, Laver, Emerson und Agassi). Und er schliesst mit dem 14. Grand-Slam-Titel zu Rekordhalter Pete Sampras auf, den er nur Wochen später mit dem 60. Titel überholen wird – nach einem 5:7, 7:6, 7:6, 3:6, 16:14 über Roddick in Wimbledon.

Basler Heimsieg gegen den grossen Rivalen88. Titel, Basel

Die Basler Swiss Indoors sind für Federer seit den Tagen als Ballboy wie ein fünftes Grand-Slam-Turnier. Aber erst seinen 44. Titel kann er 2006 in seiner Heimatstadt gewinnen, gegen Gonzalez. Und auch den 88. feiert er 2015 in der St. Jakobs-Halle – mit einem speziellen Ereignis: Er schlägt seinen grossen Rivalen Nadal in ihrer bisher einzigen offiziellen Begegnung in der Schweiz. Mit dem 6:3, 5:7, 6:3 gewinnt er die Swiss Indoors zum 7. Mal. Seither sind 2017 und 18 zwei weitere Basel-Titel dazugekommen, womit das Turnier sein erfolgreichstes ist, gemeinsam mit dem Rasenturnier im westfälischen Halle.

Zurück auf der grössten Bühne89. Titel, Melbourne

Zwischen dem 88. und dem 89. Titel liegen 15 Monate und eine halbjährige Auszeit. Federers Comebackturnier übertrifft 2017 aber alle Erwartungen: Am Australian Open schlägt er Nadal und holt seinen 18. Grand-Slam-Titel, den ersten seit viereinhalb Jahren. Auch seine Titel 93 (Wimbledon 17) und 96 (Melbourne 18) bringen ihm Majorpokale.

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