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Serena und die unsinnige Rangliste

Serena Williams ist schon vor der Pokalübergabe am WTA-Masters die beste Tennisspielerin des Jahres. Die Weltrangliste bleibt ein Muster ohne Wert.

Das Stelldichein der Top 8: Na Li, Angelique Kerber, Petra Kvitova, Viktoria Asarenka, Maria Scharapowa, Serena Williams, Agnieszka Radwanska und Sara Errani (v.l.) posieren in Istanbul. (21. Oktober 2012)
Das Stelldichein der Top 8: Na Li, Angelique Kerber, Petra Kvitova, Viktoria Asarenka, Maria Scharapowa, Serena Williams, Agnieszka Radwanska und Sara Errani (v.l.) posieren in Istanbul. (21. Oktober 2012)
Keystone
Applaus, Applaus: Williams, Scharapowa und Asarenka (v.l.) sind die Favoritinnen auf den Sieg am WTA-Masters. (21. Oktober 2012)
Applaus, Applaus: Williams, Scharapowa und Asarenka (v.l.) sind die Favoritinnen auf den Sieg am WTA-Masters. (21. Oktober 2012)
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Die wahre und die mathematische Nummer 1: Williams und Asarenka nach dem US-Open-Final. (9. September 2012)
Die wahre und die mathematische Nummer 1: Williams und Asarenka nach dem US-Open-Final. (9. September 2012)
Keystone
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9:1 – das ist nicht das Resultat eines Trainingsspiels zwischen der ersten und der zweiten Garnitur der Eishockey-Veteranen des SC Küsnacht, sondern Serena Williams' diesjährige Bilanz gegen die übrigen sieben Teilnehmerinnen am WTA-Masters in Istanbul. Auf ihre gesamte Karriere gesehen weist die jüngere der beiden Williams-Schwestern gegen die vermeintlich härtesten Konkurrentinnen eine 35:5-Bilanz auf.

Oder anders formuliert: Die 31-Jährige, die im Sommer Wimbledon, Olympia und das US Open gewann, verliert nur, wenn sie sich langweilt, nicht richtig fit ist oder die Gegnerin unterschätzt. Ihre vier Saisonniederlagen, die 53 Siegen gegenüberstehen, fallen allesamt in diese Kategorie: Am Australian Open unterlag Serena Williams in den Achtelfinals Jekatarina Makarowa, in Key Biscayne zog sie in den Viertelfinals gegen Caroline Wozniacki den Kürzeren, am French Open ging sie in Runde 1 gegen Virginie Razzano k. o. und in Cincinnati in den Viertelfinals gegen Angelique Kerber.

Die Siegerin des letzten grossen Turniers des Jahres kann also eigentlich nur Serena Williams heissen, zumal der schnelle Hallenplatz in Istanbul ihrem aggressiven Spiel sehr entgegenkommt. «Er ist wie geschaffen für eine starke Aufschlägerin, die sich nicht davor fürchtet, Angriffsbälle zu spielen», schildert die frühere Weltranglistenerste Lindsay Davenport gegenüber der «New York Times». Davenport gibt aber zu bedenken, dass Williams ihre Motivation nach dem US Open Anfang September schon wiederholt verlor und die Zügel schleifen liess: «Das ist ihre Mentalität. Deshalb bleibt sie dem Tennis erhalten, wahrscheinlich bis sie 35, 36 ist.» Zuletzt verzichtete Williams auf das Turnier von Peking mit der Begründung, sie sei krank.

Für das Frauentennis ist es eminent wichtig, dass seine beste Spielerin am WTA-Masters in Istanbul keine Ausflüchte sucht. Die Tour muss Werbung in eigener Sache machen, da der Vertrag mit dem Titelsponsor Sony Ericsson Ende Saison ausläuft. Er spülte zu Spitzenzeiten 88 Millionen Dollar pro Saison in die Kassen. Immerhin gibt es Hoffnung: Williams erklärte kürzlich, sie fühle sich jugendlich und erneuert. Bis zu Beginn des neuen Jahres wird die Weltrangliste trotzdem ein Muster ohne Wert bleiben, denn selbst wenn Williams das Masters gewinnt und Viktoria Asarenka keine einzige Partie für sich entscheiden kann, bleibt die Weissrussin ausser Reichweite. Gefährden könnte Asarenka nur Maria Scharapowa.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. «Ich denke daran, dass ich nächstes Jahr in Roland Garros keine Punkte zu verteidigen habe», sagt Williams. In Istanbul kommt es schon in der Vorrunde zur US-Open-Revanche zwischen ihr und Asarenka. Die beiden Topfavoritinnen gehören zusammen mit Angelique Kerber und Na Li der roten Gruppe an und könnten daher erst im Final wieder aufeinandertreffen. In der weissen Gruppe tummeln sich Maria Scharapowa, Agnieszka Radwanska, Petra Kvitova und Sara Errani.

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