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Titelverteidigerin gestrauchelt

Titelverteidigerin Angelique Kerber ist beim US Open in der 1. Runde gescheitert. Die Deutsche verlor gegen die 19-jährige Japanerin Naomi Osaka (WTA 45) sang- und klanglos mit 3:6, 1:6.

Verzeifelt: Angelique Kerber schied als erste Titelverteidigerin seit 2005 an den US Open in der 1. Runde aus.
Verzeifelt: Angelique Kerber schied als erste Titelverteidigerin seit 2005 an den US Open in der 1. Runde aus.
Getty Images

Die enttäuschende Saison von Angelique Kerber ist um ein Kapitel reicher. Die Deutsche scheiterte als Titelverteidigerin in New York schon in der 1. Runde. Sie unterlag der stark aufspielenden 19-jährigen Japanerin Naomi Osaka, im letzten Jahr die «Newcomerin des Jahres», diskussionslos mit 3:6, 1:6. Kerber wird am Montag in einer Woche erstmals seit fast zwei Jahren nicht mehr in den Top 10 vertreten sein.

Völlig überraschend kam Kerbers Erstrundenniederlage nicht. Seit Wimbledon gewann sie nur eine Partie. Das Niveau vom letzten Jahr, als sie neben dem US Open auch das Australian Open gewonnen hatte, erreichte sie in der laufenden Saison zu keinem Zeitpunkt. Als Titelverteidigerin in der 1. Runde zu verlieren, hat Seltenheitswert: Letztmals widerfuhr dieses Missgeschick Swetlana Kusnezowa 2005.

Scharapowas Rückkehr

Triumphal verlief dafür die Rückkehr von Maria Scharapowa. Die Russin schlug die Weltranglistenzweite Simona Halep 6:4, 4:6, 6:3 und rief in Erinnerung, wie gut sie Glamour und Kampf verbinden kann.

Seit ihrer Rückkehr auf die Tour nach der 15-monatigen Dopingsperre war Scharapowa immer wieder durch körperliche Probleme zurückgeworfen worden und hatte in den letzten gut drei Monaten nur eine Partie bestritten. Davon war gegen Halep nichts zu merken. Die 30-Jährige spielte in einer spektakulären Partie gross auf und brachte die Rumänin mit ihrer Wucht immer wieder aus dem Tritt. Die US-Open-Siegerin von 2006, die dieses Jahr nur dank einer Wildcard antreten durfte, diktierte mit 66 Gewinnschlägen und 64 unerzwungenen Fehlern das Spiel­geschehen.

Im Scheinwerferlicht des grössten Tennisstadions der Welt fühlte sich die Wahlamerikanerin in ihrem schwarzen, mit Diamanten bestückten Kleid sichtlich wohl. «Hinter diesem Kleid und den Swarovski-Steinen verbirgt sich ein Girl mit viel Biss», sagte die Russin zum Ende des Platzinterviews.

Den Tränen nahe

Scharapowa zeigte aber nicht nur Biss, sondern auch Emotionen, die dazu beitrugen, den grössten Teil der Zuschauer an diesem Abend für sich zu gewinnen. Nach dem bislang mit Abstand be­deutendsten Sieg seit ihrer Rückkehr auf die Tour war sie den Tränen nahe. «Ich dachte, es wäre nur ein Match, eine weitere Möglichkeit, aber es war so viel mehr. Du kannst die Gefühle nicht kontrollieren», sagte die fünf­fache Major-Siegerin nach dem Einzug in die 2. Runde zu den über 23 000 Zuschauern im ausverkauften Arthur Ashe Stadium.

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