Verliebt, verletzt, verunsichert

Ab Samstag steht Gstaad während gut zweier Wochen im Fokus: Erst findet das Frauen-, danach das Männerturnier statt. Wen gilt es zu beachten, welche Perspektiven haben die Schweizer? Ein Überblick.

Auf Formsuche: Titelverteidigerin Viktorija Golubic läuft es seit Jahresbeginn nicht nach Wunsch. In Gstaad will sie den Turnaround schaffen.

Auf Formsuche: Titelverteidigerin Viktorija Golubic läuft es seit Jahresbeginn nicht nach Wunsch. In Gstaad will sie den Turnaround schaffen.

(Bild: Keystone)

Die Favoriten

Frauen: Die Organisatoren sind nicht zu beneiden: Mit Timea ­Bacsinszky hat das Aushängeschild wegen Oberschenkelbeschwerden abgesagt, auch Bethanie Mattek-Sands, die Weltnummer 1 im Doppel, ist verletzt. Der Negativmeldungen nicht genug: Samantha Stosur (AUS, WTA 36), die 2011 im Final des US Open ­Serena Williams bezwang, reist wegen Knieproblemen ebenfalls nicht nach Gstaad. So führen die formstarke Französin Caroline Garcia (WTA 22) und Vorjahresfinalistin Kiki Bertens (NED, WTA 24) die Setzliste an. Dahinter ist das Turnier bescheiden ­besetzt.

Männer: Gespielt wird auf Sand, weil Gstaad aber auf 1050 Meter über Meer liegt, fliegen die Bälle schneller und höher ab als üblich. Entgegen kommen die Bedingungen dem starken Aufschläger Feliciano Lopez (ESP), die Weltnummer 25 hatte im Vorjahr triumphiert. Lopez war zuletzt aber wie der topgesetzte Belgier David Goffin (ATP 13) angeschlagen. Auch Roberto Bautista Agut (ESP, ATP 19), Fabio Fognini (ITA, ATP 29) sowie der zweifache Sieger Thomaz Bellucci (ATP 55) zählen zum Favoritenkreis. Der Brasilianer meinte im Vorjahr, er sei ins Gstaader Turnier verliebt.

Die Schweizer

Frauen: Bacsinszky wäre topgesetzt gewesen. Nun wird Viktorija Golubic im Fokus stehen. Die Zürcherin setzte sich im Vorjahr sensationell durch, die Titelverteidigung nimmt sie jedoch verunsichert in Angriff. In dieser Saison hat Golubic nur 4 von 18 Partien gewonnen, sie dürfte am Montag aus den Top 100 der Weltrangliste fallen. Wegen der diversen Absagen ist Jil Teichmann ins Hauptfeld gerutscht, die Linkshänderin hat jahrelang in Biel gelebt. Re­beka Masarova, erst 17-jährig, kommt in den Genuss einer Wildcard. Es ist davon auszugehen, dass zwei weitere Schweizerinnen (Patty Schnyder?) eine Freikarte erhalten werden.

Männer: Roger Federer und Stan Wawrinka verzichten abermals auf eine Teilnahme. Vorjahresachtelfinalist Henri Laaksonen (ATP 104) könnte den Sprung ins Hauptfeld direkt schaffen, ansonsten dürfte er eine Wildcard kriegen. Möglicherweise wird auch die letzte Wildcard an einen Einheimischen vergeben.

Der Stellenwert

Frauen: Das Turnier findet erst zum zweiten Mal statt, noch fehlt ein Titelsponsor. Gstaad gehört zu den «International Events», es handelt sich um die niedrigste Stufe, zu welcher jedoch nicht weniger als 31 der 58 Veranstaltungen im WTA-Kalender 2017 zählen.

Männer: Das Männerturnier gehört zur ATP-250-Kategorie, es handelt sich ebenfalls um die unterste Stufe. Der Sieger erhält 250 Punkte, die Viertelfinalisten deren 40. Zum Vergleich: Wer an einem Grand-Slam-Turnier die Runde der letzten 8 erreicht, kriegt 360 Zähler gutgeschrieben.

Das Preisgeld

Frauen: Das Total beträgt 226'750 Dollar – die Siegerin erhält 43'000, die Finalistin 21 400, Erstrundenverliererinnen 2100 Dollar

Männer: Die Gesamtpreissumme beläuft sich auf 482'060 Euro, knapp 20'000 mehr als letztes Jahr. Der Gewinner erhält 85'945 Euro, Erstrundenverlierer können sich mit deren 4875 trösten.

Der Spielplan

Frauen: Morgen und am Sonntag wird in der Qualifikation um die letzten Plätze im Hauptturnier gespielt. Dieses wird am Montag (1. Runde) eröffnet. Die Achtelfinals sind für Mittwoch und Donnerstag vorgesehen; es folgen Viertel- und Halbfinals (Freitag und Samstag) sowie am Sonntag (23. Juli) der Final.

Männer: Während des Finalwochenendes der Frauen beginnt die Männerkonkurrenz mit der Qualifikation. Die Erstrundenspiele des Hauptfeldes stehen am Montag und Dienstag (24./25. Juli) auf dem Programm, danach ist der Plan gleich wie bei den Frauen. Die Spiele beginnen jeweils um 10.30 Uhr (Ausnahme Finalwochenende: 11.30 Uhr).

Die TV-Abdeckung

Frauen/Männer: Während beider Turniere überträgt das Schweizer Fernsehen (teils auf SRF 2, teils auf SRF Info) von Dienstag bis Donnerstag jeweils eine Partie am frühen Abend direkt. Am Freitag und am Samstag sind je zwei Spiele live zu sehen. Am Sonntag wird der Final im Einzel ausgestrahlt.

Die Tickets

Frauen: Die Roy-Emerson-Arena fasst 4500 Zuschauer. Die Qualifikation ist ab 10 Franken pro Tag zu sehen, Erstrundentickets gibt es ab 29 Franken. Der Final (tiefste Sitzkategorie) ist für 39 Franken zu sehen. Die Dauerkarte kostet 300 Franken.

Männer: Der Eintritt für die Qualifikationsspiele im Sportzentrum ist frei. Die günstigen Plätze für die Auftaktrunde kosten 50, jene für den Final 75 Franken. Dauerkarten gibt es ab 490 Franken. Tickets für beide Turniere sind an Ticketcorner-Vorverkaufsstellen, auf Ticketcorner und per Telefon (033 748 81 82) zu beziehen.

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