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Vier Teenager für ein Tennis-Halleluja

Als Caroline Garcia am French Open 2011 in ihrem Zweitrundenspiel gegen die grosse Maria Scharapowa 6:3, 4:1 führte, rieben sich Fans und Experten verwundert die Augen. Der Weltranglistenvierte Andy Murray twitterte gar: «Das Mädchen, das gegen Scharapowa spielt, wird eines Tages die Nummer 1 werden.» Als Nummer 142 der Welt ist Garcia von diesem Fernziel weit entfernt, und auch die Partie gegen Scharapowa verlor sie noch. Das Potenzial der 18-jährigen Französin, die 1,77 m misst und mit ihrem leichtfüssigen Stil angenehm auffällt, ist aber unbestritten. Können ihre Nerven mit ihren athletischen und technischen Fähigkeiten Schritt halten, könnte 2012 ihr Jahr werden.
Bernard Tomic trägt mit 19 Jahren schon die ganzen Erwartungen der Tennisnation Australien auf seinen Schultern. Dies scheint dem Sohn kroatischer Einwanderer aber nichts auszumachen. Nach den Kostproben seines Talents, die der 1,93-m-Schlaks im vergangenen Jahr ablieferte, wäre es keine grosse Überraschung, wenn er Ende 2012 unter den Top Ten der Weltrangliste zu finden wäre. Tomic, derzeit die Nummer 42 im ATP-Ranking, erreichte in Wimbledon als jüngster Spieler seit Boris Becker die Viertelfinals, ehe er in vier Sätzen an Novak Djokovic scheiterte. Tomic sieht nicht die harten Schläge oder den Service als seine grösste Stärke, sondern die Fähigkeit, das Spiel des Gegners zu lesen. «Dieser Junge wird ein Star. Ich bin sehr beeindruckt von ihm», urteilte der dreifache Wimbledon-Sieger Becker über Tomic, der bereits als 15-Jähriger das Junioren-Turnier des Australian Open gewann. Andy Murray bezeichnete Tomic unlängst als «Gefahr».
Ryan Harrison ist neben Bernard Tomic der einzige Teenager in den Top 100 des ATP-Rankings. Der 19-jährige Amerikaner, der in seinem Erstrundenmatch am US Open 2011 das Racket achtmal auf den Boden schleuderte und einen Ball auf die Zuschauerränge kickte, spielt schon seit 2007 auf der Tour der Grossen mit und hat so den Übergang vom Junioren- zum Männer-Tennis frühzeitig gemeistert. Dank den Halbfinaleinzügen in Atlanta und Los Angeles belegt der mit einer gewaltigen Vorhand ausgestattete Harrison zurzeit Platz 79 der Weltrangliste. Er hat sich vorgenommen, 2012 sein Temperament besser unter Kontrolle zu haben, und will sich an seinem Altersgenossen Tomic orientieren. Mit dem Australier würde er dereinst gern um die Nummer 1 kämpfen. «Bis wir eine Rivalität haben wie die Spieler, die jetzt ganz vorne dabei sind, haben wir beide aber noch viel zu tun», weiss Harrison.
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