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Viermal besser als Federer?

Noch bleiben mehrere Wochen bis zum Australian Open, die Wettanbieter sind aber fast sicher, dass der Sieger nur Djokovic heissen kann.

Nimmt man die Quoten der Wettanbieter zum Massstab, ist Novak Djokovic am ersten Grand-Slam-Turnier der Saison (18. bis 31. Januar) fast viermal stärker einzuschätzen als seine nächsten Rivalen. Djokovic wird mit 1,8:1 notiert, dahinter folgen Roger Federer, Andy Murray (beide 7:1), Stan Wawrinka und Rafael Nadal (beide 12:1).

Droht der Tenniswelt also 2016 wieder ein ähnlicher Alleingang Djokovics wie im zu Ende gehenden Jahr? Von den wirklich wichtigen Titeln – Australian Open, French Open, Wimbledon, US Open, World Tour Finals – gewann der Serbe nur den Sand-Grand-Slam in Paris nicht. Die einzigen Spieler, die ihn auf allerhöchster Ebene schlagen konnten, waren Wawrinka am French Open und Federer an den World Tour Finals. Der Baselbieter, der sich in den Vorrunde gegen Djokovic durchsetzte, verlor dann aber die weitaus wichtigere Finalpartie.

Das Kompliment von Roddick

Der frühere Weltranglistenerste Andy Roddick fasste es kürzlich in einem Interview der ATP treffend zusammen: «Djokovic ist sicherlich an jedem Turnier der Favorit. Er ist äusserst solide und verliert nie in den ersten Runden. Er hat keine Schwächen. Er bewegt sich unglaublich gut auf der Grundlinie.»

Das Fachportal Tennisnet.com fasste Djokovics Saison 2015 und die Konsequenz daraus in drei Schlagworten zusammen: 82 Siege, sechs Niederlagen, 100 Prozent Selbstvertrauen. In Australien holte der beste Spieler der Gegenwart bei den letzten fünf Austragungen viermal den Titel. Nur Wawrinka konnte ihm 2014 einen Strich durch die Rechnung machen.

Ist Federer schuld?

Tennisnet.com glaubt überdies, dass Djokovics enormes Selbstvertrauen etwas mit den jüngsten Spielen gegen Federer zu tun haben könnte. Wie schon im Wimbledon-Final 2014 legte der Serbe 2015 in Indian Wells, wiederum in Wimbledon sowie im US-Open-Endspiel vor, ehe der Schweizer nachzog, dann aber das Momentum nicht nutzen konnte. Daher die Frage: «Trägt Federer vielleicht eine Teilschuld am so nervenstarken Djokovic der Jetzt-Zeit?»

Federer selbst hatte sich kürzlich in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» Gedanken über die scheinbare Unverwundbarkeit seines Rivalen gemacht. «Es ist sicher ein Vorteil, dass er so entspannt ist in den wichtigen Momenten. Da verschlägt er kaum je, trifft er die Linie, während ich sie um zwei Zentimeter verpasse», erklärte er. «Aber ich denke, sein Selbstvertrauen wird nie mehr so stark sein wie jetzt. Wir alle warten darauf, dass es ein bisschen sinkt.»

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