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Wie Federers Vater Wimbledon erlebt

Robert Federer hofft, dass er heute nicht wieder Pizza vom Kurier essen muss, sondern mit Sohn Roger ans Champions Dinner darf.

«Er kann gegen Cilic auch verlieren»: Robert Federer erinnert sich noch genau an die Niederlage seines Sohns am US Open 2014.
«Er kann gegen Cilic auch verlieren»: Robert Federer erinnert sich noch genau an die Niederlage seines Sohns am US Open 2014.
Keystone

Roger Federer schafft es in London, sogar jenen Mann zu beeindrucken, der ihn am längsten kennt: seinen Vater. «Ich habe das Gefühl, dass ich ihn noch nie so stark spielen sah wie hier», sagt dieser am Samstag im All England Club. Ehe Robert Federer doch noch einschränkt: «Wenn ich Videos von früher sehe, gibt es allerdings auch da sehr starke Sequenzen, etwa gegen Safin oder Hewitt.» Toll sei aber, wie sein Sohn heute seine Backhand voll durchziehen könne, als Abwechslung zum starken Slice.

Federers Eltern wohnen mit im Haus, das ihr Sohn in der Vergangenheit schon einmal gemietet hatte. Da sei einiges los, sagt der Vater, «die Kinder lockern alles auf und tun ihm gut». Zum Essen sind jeweils auch die Coachs dabei, die in einem anderen Haus wohnen.

Federers Triumphe und Tragödien in Wimbledon

2017: Mit einem 6:3, 6:1, 6:4 über den anschlagenen Marin Cilic holt Roger Federer als erster Spieler den achten Wimbledon-Titel. Es ist eine eindrückliche Machtdemonstration des bald 36-Jährigen.
2017: Mit einem 6:3, 6:1, 6:4 über den anschlagenen Marin Cilic holt Roger Federer als erster Spieler den achten Wimbledon-Titel. Es ist eine eindrückliche Machtdemonstration des bald 36-Jährigen.
AFP
2017: Roger Federer marschiert ohne Satzverlust in den Final. Gegen Tomas Berdych muss er zwar zweimal ins Tiebreak, ist dort aber der deutlich stärkere Spieler.Nun wartet Marin Cilic – der Mann, der den Schweizer 2014 am US Open deklassierte.
2017: Roger Federer marschiert ohne Satzverlust in den Final. Gegen Tomas Berdych muss er zwar zweimal ins Tiebreak, ist dort aber der deutlich stärkere Spieler.Nun wartet Marin Cilic – der Mann, der den Schweizer 2014 am US Open deklassierte.
Keystone
2001: Den Titel gewinnt Federer noch nicht, doch er sorgt für die Sensation des Turniers, als er in den Achtelfinals sein Jugend-Idol Pete Sampras mit 7:6, 5:7, 6:4, 6:7, 7:5 eliminiert.
2001: Den Titel gewinnt Federer noch nicht, doch er sorgt für die Sensation des Turniers, als er in den Achtelfinals sein Jugend-Idol Pete Sampras mit 7:6, 5:7, 6:4, 6:7, 7:5 eliminiert.
Keystone
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«Aber man weiss ja nie...»

Er habe ein ziemlich gutes Gefühl vor dem Endspiel, sagt Robert Federer. «Aber man weiss ja nie, was passiert. Er kann gegen Cilic auch verlieren. Er ist ihm ja schon am US Open unterlegen, als man dachte, er sei klarer Favorit.» Wie viele der bisherigen zehn Wimbledon-Endspiele des Sohnes er live erlebt hat, weiss er nicht mehr. Die ersten beiden hatte er 2003 und 2004 verpasst, nachdem er 2002 bei seinem ersten Besuch auf dem Centre Court gleich die Startniederlage gegen Mario Ancic miterleben musste. «Das war schon eine grosse Enttäuschung.»

Inzwischen hat er bereits mehrere Wimbledon-Triumphe seines Sohnes mitfeiern können. «Ich war auch schon einige Male am Champions Dinner», so Robert Federer. «Das ist schon eine angenehmere Art, den Sonntagabend zu verbringen, als zu Hause den Pizzakurier zu bestellen wie 2008 nach der Niederlage gegen Nadal.»

Dass seinem «Rotschi», wie er ihn nennt, 2017 ein derart phänomenales Comeback gelingen würde, hatte er nicht erwartet. «Es ist schon verrückt, was sein Sieg in Australien ausgelöst hat. Inzwischen kommt auch wieder kistenweise Fanpost.» Überrascht habe ihn auch, dass er seine Topform vom Frühjahr bewahren konnte, obwohl er die Sandsaison ausliess. «Es ist wahnsinnig, wie gut er sein Niveau halten kann.»

2017 – ein Federer-Jahr

«Total überrascht»: Am Australian Open feiert Roger Federer das perfekte Comeback und übertrifft alle Erwartungen – auch seine eigenen. (29. Januar 2017)
«Total überrascht»: Am Australian Open feiert Roger Federer das perfekte Comeback und übertrifft alle Erwartungen – auch seine eigenen. (29. Januar 2017)
Keystone
Legenden unter sich: In einem hochklassigen und teilweise dramatischen Final schlägt Federer seinen alten Rivalen Rafael Nadal 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3. Vor Ort ist auch Australiens Tennislegende Rod Laver. (29. Januar 2017)
Legenden unter sich: In einem hochklassigen und teilweise dramatischen Final schlägt Federer seinen alten Rivalen Rafael Nadal 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3. Vor Ort ist auch Australiens Tennislegende Rod Laver. (29. Januar 2017)
Keystone
Titel Nummer 94? Gegen Alexander Zverev ist Federer im Final von Montreal klarer Favorit.
Titel Nummer 94? Gegen Alexander Zverev ist Federer im Final von Montreal klarer Favorit.
Keystone
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Robert Federer ist wie seine Frau noch stark in die RF-Foundation involviert, mit der Tenniskarriere des Sohnes habe er aber fast nichts mehr zu tun. Nervös wird er trotzdem nach allen Jahren immer noch beim Zuschauen, «vor allem, wenn er Breaks zu verteidigen hat». Noch immer sitzt er während der Spiele nicht neben seiner Frau – ausser in der Royal Box, wo sich dies nicht vermeiden lässt. «Es kommt bei ihr jeweils nicht so gut an, wenn ich Roger kritisiere», sagt der Vater und lacht etwas schuldbewusst

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