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Champions League: SRF ist trotz Zuschauerverlust zufrieden

Das SRF zeigt dienstags nicht mehr die Champions League, die TV-Einschaltquoten sind rückläufig. Online nehmen die User aber zu.

Die Highlights vom Dienstagsspiel Real gegen Ajax. (Video: Teleclub)

Die Schweizer Champions-League-Fans schauen jeweils dienstags in die Röhre. Seit September hat das Schweizer Fernsehen nur noch das Recht, die Königsklasse am Mittwoch zu übertragen. Live sind die Spiele im Pay-TV bei Teleclub und im Free-TV auf Teleclub Zoom zu sehen. Und ja, die Fussball-Fans nerven sich noch immer über diese Änderung – auch nach sechs Monaten.

Kein Wunder, konnten sich die Schweizer Zuschauer doch einige Leckerbissen an den Dienstagabenden nicht zu Gemüte führen. Darunter waren auch vier der sechs Gruppenspiele des Schweizer Meisters YB. Die Berner nahmen erstmals an der Champions League teil. Aber auch Knüller wie das 3:2 von Liverpool gegen PSG oder das Scheitern Real Madrids gegen Ajax Amsterdam fanden an einem Dienstag statt (siehe Box).

«Die Leute haben Verständnis»

Dem Schweizer Fernsehen war ein zweiter Champions-League-Tag zu teuer. «Die Kosten für das Rechtepaket sind von der Uefa im Vergleich zu vorher um das Vierfache erhöht worden», erklärte Massimo Lorenzi, Sport-Chefredaktor des Westschweizer Sender RTS, im letzten Oktober. Beim SRF wissen sie, dass frustrierte Zuschauer weiterhin existieren.

Aber «wir konnten unserem Publikum erklären, dass wir sehr gerne weiterhin auch am Dienstag ein Champions-League-Livespiel gezeigt hätten, was aus vertragsrechtlichen Gründen jedoch nicht mehr möglich ist. Die Leute haben Verständnis dafür, dass die SRG über ein begrenztes Budget verfügt», sagt Roland Mägerle, Leiter SRF Sport und Business Unit Sport SRG.

Mittwoch verliert an Beachtung, Online nimmt zu

Mägerle erklärt zudem, dass SRF mit nur einem Champions-League-Livespiel pro Woche logischerweise insgesamt weniger Zuschauer(innen) erreicht als mit zwei Livespielen. «Es liegt die Vermutung nahe, dass auch die Mittwochsspiele und damit das Produkt Champions League insgesamt an Beachtung verlieren.» Nach den ersten K.-o.-Runden der Saison 2018/19 seien ihre Erfahrungswerte in Bezug auf die Publikumsbeachtung aber noch zu wenig aussagekräftig, um eine generelle Tendenz festzustellen.

Dafür nehmen die User-Zahlen online zu. «Die Nutzung des On-demand-Angebots zu den Re-Live-Spielen auf den Onlinekanälen von SRF Sport findet hauptsächlich am Morgen des Folgetags statt (Pendler).» Die Nutzungszahlen seien beachtlich, so Mägerle: «Das On-demand-Angebot zum Gruppenspiel Liverpool – Paris St. Germain erzielte beispielsweise über 93'000 Streamstarts.»

Ob ein Re-Live-Spiel viel Beachtung erhält, hängt davon ab, wie viel Bedeutung der Partie zugemessen wird und ob etwas Überraschendes oder Unerwartetes eintrat oder nicht. Das Spiel Liverpool – PSG (verrücktes Ende mit Tor in der Nachspielzeit) war für das SRF beispielhaft. «In der Schlussphase der Wiederholung der Partie am Mittwochabend, 19. September 2018, waren auf SRF zwei bis zu 183'000 Zuschauer(innen) aus der Deutschschweiz zugeschaltet. Dieser Wert entspricht einem Marktanteil von 18,4 Prozent (Zielgruppe 3+, Deutschschweiz, Overnight).» Mägerle bilanziert deshalb: «Unter den gegebenen Umständen sind wir sowohl zufrieden mit unserem Produkt als auch mit der Nutzung im Fernsehen und auf den SRF-Onlineplattformen.»

Bei Teleclub steigen die Zuschauerzahlen, aber ...

Und wie sehen die Zahlen beim Bezahlsender Teleclub aus? Der Privatsender teilt mit, dass ein Vergleich zum Vorjahr, als die Königsklasse noch via Sky zu sehen waren, positiv ausfällt. «Ein erster Vergleich zeigt einen deutlichen Anstieg der Reichweiten um ca. 40 Prozent in der aktuellen Saison auf Teleclub. Natürlich spielt hier auch die wesentlich breitere und intensivere Berichterstattung, die wir nun als direkter Rechteinhaber mit Einbezug unserer Schweizer Experten und damit mit Schweizer Fokus bieten können, eine entscheidende Rolle», heisst es vonseiten Teleclubs.

Man erreiche beim Free-TV-Sender Teleclub Zoom Topwerte von über 44'000 Zuschauern durchschnittlich während eines Spiels. Im Pay-TV sahen in der Gruppenphase im Schnitt 32'000 Zuschauer zu (Quelle: Nielsen Sports), heisst es weiter.

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