Profifussballer schwänzt für Ajax und fliegt auf

Der holländische Stürmer Jordie van der Laan meldete sich krank, um einen Champions-League-Auftritt von Ajax live mitzuerleben. Das hat Konsequenzen.

Van de Beeks 1:0 im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals erlebte Ajax-Fan Jordie van der Laan live. Doch der Preis dafür ist hoch.

Van de Beeks 1:0 im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals erlebte Ajax-Fan Jordie van der Laan live. Doch der Preis dafür ist hoch.

(Bild: Keystone)

Um herauszufinden, wie sehr Jordie van der Laan Ajax Amsterdam mag, muss man nur dessen Twitter-Account aufrufen. Der Stürmer des holländischen Zweitligisten Telstar FC teilt im sozialen Netzwerk immer wieder Inhalte der Amsterdamer und ergänzt sie zuweilen mit lobenden Worten. Ajax hat es ihm angetan. Echte Liebe eben. Eine Liebe, die ihm zum Verhängnis wurde. Denn van der Laan ist mittlerweile vereinslos – wegen seiner Leidenschaft für Ajax.

Der Beginn dieser skurrilen Geschichte markiert ein Angebot eines Freundes, mit ihm nach London zu reisen und das Champions-League-Hinspiel zwischen Tottenham und Ajax schauen zu gehen. Van der Laan reizte die Anfrage, schliesslich ging es um Ajax. Seine Liebe. Einziges Problem: Van der Laan hätte in diesen Tagen auch mit seinem Club trainieren müssen. Weil der Stürmer keine eine tragende Rolle in der Mannschaft innehatte und der Zweitligist auf dem 15. Rang weder den Abstieg zu befürchten noch das Playoff in Sichtweite hatte, entschied sich van der Laan fürs Schwänzen.

Der Holländer meldete sich krank, um nach London reisen zu können. Dumm nur, dass die TV-Kameras im Stadion ihn während des Spiels mehrmals zeigten. Der 25-Jährige flog auf. Sein Arbeitgeber reagierte prompt und stellte den Spieler frei. Zur BBC sagte er danach: «Natürlich war es nicht die beste Entscheidung.»

«Dachte nicht, dass es so aus dem Ruder läuft»

«Er hat uns reingelegt», sagt Piet Buter, der technische Direktor von Telstar FC. Einer holländischen Lokalzeitung erzählt er, dass van der Laan vier Tage abwesend gewesen sei. Und als man ihn bat, den Clubarzt aufzusuchen, meinte er, dass er bereits einen Termin beim Hausarzt habe. Erst als der Trainer seinen Spieler daheim besuchen wollte, gab der Stürmer zu, dass er gar nicht krank gewesen sei.

«Ich hatte nicht erwartet, dass es so aus dem Ruder laufen würde», sagt van der Laan. Seinen Job ist er nun los. Immerhin beweist der Holländer im Moment des Verlusts Humor und schreibt auf Twitter: «Verdiene ich jetzt ein Ticket für das Rückspiel? Immerhin bin ich frei, oder?»

cst

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt