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Urs Meier kritisiert die Kritik

Urs Meier kritisiert auf dem Portal football.ch die anhaltende Kritik an den Schweizer Unparteiischen.

Dem langjährigen FIFA-Schiedsrichter und jetzigen Chef der Schweizer Unparteiischen in den obersten beiden Spielklassen stösst vor allem sauer auf, dass keine konstruktiven Lösungsvorschläge von den Kritikern kämen. "Ich kann vieles ertragen und verzeihen. Selten habe ich aber erlebt, dass die Kritiker auch einmal einen konstruktiven Vorschlag unterbreitet oder einen konkreten Lösungsansatz präsentiert hätten. Mein Eindruck ist leider, dass gewisse Protagonisten, ob bewusst oder unbewusst, die Schiedsrichter als Sündenböcke benutzen, um von eigenen Fehlern oder Zulänglichkeiten abzulenken." Schiedsrichter und Assistenten würden zudem auch noch in ihrer Persönlichkeit und Privatsphäre verunglimpft und diffamiert. Dabei bedeute Fairplay doch auch „vom anderen her denken.“

Kommunikationsbereite Schiedsrichter

Dass die Schiedsrichter nicht kommunikationsbereit seien, sei einfach nicht wahr. "Ich kenne keinen Schiedsrichter in den höchsten Ligen, der nicht bereit ist, nach einem Spiel mit den Verantwortlichen zu sprechen und das Geschehen zu analysieren. Doch sollte dies nicht unmittelbar nach Spielschluss geschehen, wenn die Emotionen noch gross oder bisweilen zu stark sind, sondern nach einer Abkühlphase. Nach dem Duschen sind die Türen bei den Schiedsrichtern seit jeher weit offen."

Meier beantwortet auch eine Frage von Thuns Trainer Murat Yakin: "Gab es jemals einen vierten Offiziellen, der in einem entscheidenden Moment den Mut hatte, einzuschreiten? "Ja, ja und nochmals ja. Zum Beispiel beim Spiel Luzern - YB in der letzten Saison, als der vierte Offizielle den Schiedsrichter korrigierte, welcher einen Elfmeter gegen Luzern gegeben hatte, anstatt Doumbia für seine Schwalbe zu sanktionieren. Oder auch im letzten Spiel FCZ – Sion, als der vierte Mann dem Schiedsrichter mittels Kommunikationssystem mitteilte, dass Penalty und Platzverweis nötig seien. So gibt es in fast allen Runden Hilfestellung des vierten Offiziellen an den Schiedsrichter."

Es sei für jeden Unparteiischen zudem ein Stich ins Herz, wenn er nach dem Spiel erkennt, dass er einen spielentscheidenden oder -beeinflussenden Fehler gemacht hat. Meier: "Doch auch hier gilt: Menschen machen Fehler, Menschen dürfen Fehler machen. Und für alle, die es vergessen haben, Schiedsrichter sind auch Menschen."

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