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Wacker Thun: Die Spasshandballer

Martin Rubins Team steigt mit einem Sieg in die Finalrunde und erzielt dabei erneut über 30 Tore. «Wir haben eine Menge Selbstvertrauen», sagt Regisseur Emil Feuchtmann Perez.

Wacker Thun (im Bild André Willimann) strotzt derzeit vor Selbstvertrauen.
Wacker Thun (im Bild André Willimann) strotzt derzeit vor Selbstvertrauen.
Markus Grunder

Nun läufts. In der 37. Minute trifft Viktor Glatthard zum 22:13. 5:0 führt Wacker in der zweiten Hälfte der Partie gegen Kriens. Die Berner Oberländer können in dieser Phase tun, wonach ihnen gerade ist; die Luzerner vermögen sie nicht daran zu hindern. Lukas von Deschwanden und Lenny Rubin spielen wie in Olten gross auf, schiessen je neun Tore.

Der Ausfall

33:28 gewinnen die Gastgeber vor 1140 Leuten. Es ist nicht die erwartete umkämpfte, mitreissende Begegnung, dazu agiert Martin Rubins Mannschaft zu souverän. Zu Beginn verteidigt der Cupsieger wenig wirkungsvoll, die Absenz des verletzten Abwehrchefs Roman Caspar fällt ins Gewicht. Dieser Tage aber ist die Defensivarbeit ohnehin nicht Kernkompetenz der Berner Oberländer.

Erneut erzielen sie über 30 Treffer, gefallen durch raffiniertes, variantenreiches Offensivspiel. Steht der Widersacher tief, schnappt sich Hüne Rubin den Ball und wirft über den Block hinweg; verteidigt das Gegenüber forsch, forciert Wacker die Flügel. Den Lead im Aufbau haben von Deschwanden, der verkappte Regisseur auf halb rechts, und Emil Feuchtmann Perez, der echte Regisseur in der Rückraummitte.

Dem Deutschchilenen gelingt ein vorzüglicher Auftritt, sechs Tore und zig Assists lässt er sich notieren. Die WM, die er als Teil der südamerikanischen Equipe bestritt, prägte ihn, der 33-Jährige sagt, die Erfahrungen, die er da gesammelt habe, seien ihm nun von Nutzen.

Fortwährend glänzt der Routinier im Kräftemessen mit den Innerschweizern mit Einzelaktionen oder hübschen Zuspielen, seine Performance an diesem Tag: exzellent. Damit wäre Feuchtmann Perez, der als arrivierte Kraft aus dem Ausland schnell Kritik ausgesetzt ist, gewiss auch eine Option dafür, zum Best Player gekürt zu werden. Die Verantwortlichen ziehen ihm Schlüsselfigur von Deschwanden vor – was aus sportlicher Warte vertretbar ist.

Als die Kicker des FC Thun 2005 so manchen Kantersieg feierten und mit einer gewissen Leichtigkeit auftraten, bekamen sie die Bezeichnung Spassfussballer verpasst. Wacker, das sich über Kampf und Teamgeist definiert, beschäftigt 2017 Spasshandballer, die Oberländer verspüren und bereiten Freude, sie gewinnen primär deswegen, weil die Offensive funktioniert. «Wir haben eine Menge Selbstvertrauen», sagt Feuchtmann Perez.

Die Schrecksekunde

Glücksgefühle kommen zu Beginn keine auf, Claudio Vögtli schreit in der 5. Minute, so sehr plagen ihn die Schmerzen. Der Krienser kam zu Fall, nachdem er einen Gegenstoss vereitelt hatte. Der Luzerner wird auf dem Feld gepflegt und ins Krankenhaus gefahren. Es besteht Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch. Wackers Linkshänder Nicolas Raemy blickt sorgenvoll auf den Platz, als der Akteur des Widersachers liegen bleibt.

Er muss schon eine ganze Weile passen, seinen letzten Auftritt hatte er Mitte September, als er im Heimspiel gegen die Basler nach Intervention deren Torhüters ein Schleudertrauma erlitt. Er weiss: Handball, das ist nicht nur Spass.

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