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Wacker Thun: Ohne Kopf und ohne Geist

Wacker Thun unterliegt Achilles Bocholt aus Belgien 19:25 und scheitert im EHF-Cup bei erster Gelegenheit. Der Auftritt ist das Kontrastprogramm zum Mittwoch.

Adrian Horn
Am Boden: Wacker (im Bild Cedric Manse) scheidet im Europacup aus.
Am Boden: Wacker (im Bild Cedric Manse) scheidet im Europacup aus.
Manuel Lopez

Innert dreier Tage kann sich offensichtlich eine ganze Menge tun. Zum Meisterschaftsspiel gegen Kriens war Nicolas Suter an Krücken erschienen; in der Pause der EHF-Cup-Begegnung mit Bocholt warf der Eckpfeiler der Equipe Martin Rubins bereits wieder aufs Tor. Überhaupt präsentierte sich alles anders als rund 72 Stunden davor. Und das war das Problem der Thuner.

Hatte am Mitwoch beim unter diesen Umständen fast schon sensationellen Erfolg über die Luzerner nahezu alles geklappt, so lief am Samstag nahezu alles schief. 19:25 unterlag Wacker dem belgischen Meister zu Hause. Die Berner Oberländer sind in dieser Saison nicht länger international vertreten.

Dass Rubins Team im Europacup bei erster Gelegenheit scheitert, mag ärgerlich sein, zumal es in der nächsten Runde auf prominente Clubs wie Chambery – er beschäftigt den früheren Thuner Lukas von Deschwanden – und die Rhein-Neckar-Löwen und deren Schweizer Star Andy Schmid hätte treffen können.

Ein heftiger Rückschlag aber ist das Out nicht – das Kerngeschäft der Oberländer heisst schliesslich Meisterschaft und Pokal. Und die Perspektiven hierfür sind am Samstagabend eher besser geworden, weil ein Handicap hat, wer öfter spielen muss.

Winklers zwei Gesichter

Ernüchternd ist vielmehr der Auftritt als dessen Konsequenz. Zu Recht stolz waren Verein und Umfeld auf die wenigen Akteure, welche nicht verletzt sind und das zweitklassierte Kriens am Mittwoch dominiert hatten.

Diese Kräfte zuzüglich des zurückgekehrten Leistungsträgers Stefan Huwyler schickten sich am Samstag an, Bocholt zu bezwingen, das zwar einen kriegerischen Namen trägt (Achilles), aber gewiss nicht furchterregend stark ist. Sie scheiterten im grossen Stil.

Einen schlechten Start vermochten die Hausherren vor 650 Zuschauern noch auszumerzen; 5:5 lautete dann das Skore. In der Folge aber bot Wacker eine auf vielen Ebenen ungenügende Darbietung.

Nichts zu sehen war vom so bemerkenswerten Geist vom Mittwoch, als sich die Akteure gegenseitig aufgebaut hatten. Vielmehr herrschte in der Mannschaft rasch eine gereizte Stimmung, wie man sie bei den Thunern selten sieht.

Keeper Marc Winkler brillierte zwar mit all seinen Paraden; er war an jenem Tag der mit Abstand Beste im Ensemble der Berner Oberländer. Aber er strahlte Negativität aus und stauchte einen Teamkollegen zusammen.

Irritierend war gleichzeitig, wie kopf- und konzeptlos der Cupsieger agierte. 12:18 lag er nach 40 Minuten im Hintertreffen, und spätestens jetzt hätte er etwas Wesentliches ändern, etwa auf einen siebten Feldspieler im Angriff setzen müssen.

Ein verlässliches Mittel besassen die Gastgeber nicht: Aus dem Rückraum kam nicht viel, das Spiel mit dem Kreisläufer funktionierte genauso wenig wie jenes mit den Flügeln. Ein zweiter Kreisläufer anstelle des Torhüters hätte womöglich geholfen.

Die Thuner hätten die vom Nationalteam sehr oft praktizierte Option zumindest testen können. Sie verzichteten. Und griffen stetig noch ein bisschen chaotischer an.

Wacker - Bocholt 19:25 (10:15)

Wacker: Winkler; Holm (4), Felder (7), Dähler, Lanz (3), Wyttenbach (2/1), Friedli, Simon Huwyler, Manse (3), Stefan Huwyler.

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