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Wackers Talfahrt im Krisengipfel

Der BSV Bern macht in Thun einen 9:14-Rückstand wett und gewinnt das Derby gegen die Oberländer in der Schlusssekunde (28:27). Der Meister verliert zum fünften Mal in Folge.

Hängende Köpfe beim Meister: Wacker verliert gegen den BSV zum fünften Mal in Folge.
Hängende Köpfe beim Meister: Wacker verliert gegen den BSV zum fünften Mal in Folge.
Christian Pfander

Wacker Thun verliert gegen den BSV Bern in der Lachenhalle. Quelle: wackertv.ch

Ein einziger Treffer fällt in den ersten sieben Minuten; das Heimteam gibt einen 5-Tore-Vorsprung preis; die Mannschaften begehen addiert 22 technische Fehler; und Matchwinner ist ein Keeper, zumal einer, den bloss Szenekenner auf dem Radar gehabt haben: Die jüngste Begegnung zwischen Wacker Thun und dem BSV Bern war eine der schwächsten in der 88 Meisterschaftsspiele umfassenden Derbygeschichte.

Sie veranschaulichte, in welch mieser Form sich die beiden Clubs befinden. Eins aber war das Aufeinandertreffen zweier hochgradig verunsicherter Ensembles: spannend. Die Entscheidung fiel kurz vor Schluss. Respektive: im Grunde gar nach Ertönen der Sirene.

Nicolas Raemy hatte sieben Sekunden vor Ablauf der Spielzeit ausgeglichen, Nico Eggimann wurde unmittelbar vor dem Ende im Gegenzug am Abschluss gehindert, sodass den Gästen ein Strafwurf zugesprochen wurde. Simon Getzmann verwertete auch seinen fünften Penalty und schoss die Stadtberner zum Sieg. 28:27 schlug der BSV die Oberländer.

Diese hatten zur Pause 14:9 geführt. Da waren sie dabei, wieder einmal ein Heimspiel zu gewinnen, nachdem sie die Lachenhalle dreimal in Folge als Verlierer verlassen hatten. Ortsübergreifend unterlag der Meister vor 980 Zuschauern zum fünften Mal in Serie. «Wir haben viele Baustellen», konstatierte Kreisläufer Reto Friedli.

Die Thuner waren in der zweiten Hälfte immer wieder am eingewechselten Renato Milosevic gescheitert, der nahezu die Hälfte aller Würfe hielt. «Ich hatte zuletzt eine schwierige Phase und bin glücklich, konnte ich die Chance nutzen, die ich gekriegt hatte», sagte der Bruder von Bundesligaprofi Alen Milosevic.

Der BSV setzte sich erstmals seit Anfang letzter Saison in einer Partie gegen die Oberländer durch; diese hatten in der Zwischenzeit zehnmal nicht verloren. Die Gäste profitierten davon, dass der ansonsten so treffsichere Topskorer Ivan Wyttenbach seine letzten beiden Strafwürfe verschoss.

Andere Thuner hatten sich schon davor schwergetan; Captain Jonas Dähler etwa traf bei vier Versuchen bloss einmal. Luca Linder vergab bei seinem Comeback beide Chancen, die sich ihm geboten hatten.

Der Routinier gab nach fünfmonatiger Abwesenheit sein Comeback. Er war damit genauso wieder Teil der Mannschaft wie Nicolas Suter, der erstmals in der Finalrunde aufgelaufen war.

Der Aargauer erzielte zwar vier Tore, verhielt sich aber nach möglicherweise nicht vollumfänglich ausgestandenen Schulterproblemen zögerlich im Abschluss. Die Schwierigkeiten im Angriff der Oberländer: Sie bleiben bestehen.

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