Wacker qualifiziert sich in einem Krimi für den Cupviertelfinal

Wacker Thun zieht nach doppelter Verlängerung in den Cupviertelfinal ein und beschliesst das erste Saisonviertel mit einem 43:40 gegen St. Gallen.

Schrei des Glücks: Sven Krainer.

Schrei des Glücks: Sven Krainer. Bild: Christian Pfander

Auch das noch. Den Leuten von Wacker Thun bleibt in diesen Wochen nichts erspart. 31:30 führen die Berner Oberländer, sieben Sekunden sind noch zu spielen, da unterläuft Reto Friedli ein Fehlpass. Die St. Galler kontern, gleichen kurz vor Ertönen der Schlusssirene aus. Verlängerung und Frustration statt Ende und Jubel.

Es ist der zweite grosse Rückschlag an einem ungewöhnlich ereignisreichen Abend. Mitte zweiter Hälfte verletzte sich Ron Delhees bei der Landung im Anschluss an einen Wurf am Knie, der Leistungsträger droht für lange Zeit auszufallen. Die letzte Partie des ersten Saisonviertels aber endet, wie Partien in der Lachenhalle seit sieben Jahren enden, wenn St. Otmar gastiert: mit einem Sieg des Teams von Martin Rubin.

43:40 setzt sich dieses nach doppelter Verlängerung durch, in den ersten 10 Minuten Overtime war keine Entscheidung gefallen. Ivan Wyttenbach erzielte die letzten beiden Treffer in einer hochemotionalen Begegnung und führte die Hausherren damit in den Cupviertelfinal. Der Erfolg des Meisters war verdient, hatte er doch in der regulären Spielzeit zumeist geführt. Rubins Team revanchierte sich damit für die Kanterniederlage, welche es eine Woche davor in der Meisterschaft gegen denselben Club bezogen hatte.

Nun folgt eine zweiwöchige Wettkampfpause. Den Unterbruch wird nicht zuletzt Friedli dazu nutzen, eine Verletzung auszukurieren. Der Vorkämpfer bestritt die zweite Verlängerung offensichtlich handicapiert, er hinkte jeweils an den Kreis. Mit letzter Kraft stiess Wacker, der fünfmalige Wettbewerbsgewinner, in die Top 8 vor.

Kampf dem Krampf

13 Partien bestritt der Meister im ersten Saisonviertel inklusive des Supercups. Gewonnen hat er nur 4 davon. Das ist selbstredend eine ungenügende Bilanz, in einer Statistik aber, die nicht die ganze Wahrheit wiedergibt. Die Thuner verloren vorab in der Champions League Spiele, die sie genauso gut für sich hätten entscheiden können. Und freilich litt Wacker unter all den Ausfällen. Mit Ausnahme der Aufbauer Nicolas Suter und Phillip Holm verletzte sich jeder Stammspieler mindestens einmal.

Die körperlichen Beschwerden vieler Akteure sind nicht zuletzt auf die vielen Begegnungen zurückzuführen. Die Problematik ist nicht nur hierzulande ein Thema, sie wird in Deutschland gerade intensiv diskutiert. In der Bundesliga beklagen Spielervertreter die ihrer Meinung nach viel zu kurze Sommerpause und die hohe Dichte an Matchs. In der Schweiz, wo die Handballer in den seltensten Fällen als Profis engagiert sind, stossen die Beteiligten erst recht an ihre Grenzen. Der Meister kann ein Lied davon singen.

Die Wiederholung: Der Cup-Halbfinal zwischen Wacker Thun und St. Otmar St. Gallen. Quelle: WackerTV (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.10.2018, 06:32 Uhr

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