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Abgerechnet wird am Abend

Am Schwarzsee-Bergfest standen sich zwei Könige im Schlussgang gegenüber. Matthias Sempach bodigte Kilian Wenger.

Die Entscheidung zwischen zwei Königen im Schlussgang - Matthias Sempach bettet Kilian Wenger ins Sägemehl.
Die Entscheidung zwischen zwei Königen im Schlussgang - Matthias Sempach bettet Kilian Wenger ins Sägemehl.
Andreas Blatter
Kilian Wenger zieht gegen Jonas Michel.
Kilian Wenger zieht gegen Jonas Michel.
Andreas Blatter
Zuerst gibts Gipfeli und Kafi zum Zmorge.
Zuerst gibts Gipfeli und Kafi zum Zmorge.
Andreas Blatter
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Die Watsche kam am frühen Morgen. Bereits nach dem ersten Zug lag Matthias Sempach beim Anschwingen auf dem Rücken. Mike Müllestein hatte den Schwingerkönig von 2013 überrascht, «ich war auf diese Aktion zwar vor­bereitet, handelte aber instinktiv trotzdem falsch».

Übermässig ins Grübeln kam Sempach darob allerdings nicht. «Ich bin schon lange dabei und weiss, dass ein Fest nicht am Vormittag entschieden wird.» Der 31-Jährige siegte in den Gängen zwei bis fünf und empfahl sich so für den Schlussgang.

Dort traf Routinier Sempach auf einen anderen König, Kilian Wenger, der 2010 am «Eidgenössischen» reüssiert hatte. Der Berner Oberländer war während des Tages der Stärkste. Er schwang angriffig, konzentriert und gewann seine ersten fünf Kämpfe allesamt souverän.

Gleiche Paarung, andere Ausgangslage. Bereits vor zwei Wochen hatten sich die Könige im Schlussgang des «Oberaargauischen» gegenübergestanden. Damals hatte Sempach ein Gestellter zum Festsieg gereicht. Diesmal war klar, dass Wenger mit einem Gestellten Festsieger sein würde.

Sempach also wusste, dass er seinen Widersacher bodigen musste, dosierte aber sein Engagement zu Beginn. «In den letzten Minuten hätte ich den Sieg bestimmt mit vollem Risiko gesucht.» Der Sieg stellte sich indes früher ein, Sempach erwischte Wenger nach 7 Minuten.

Die Kontrahenten kennen sich gut, sind sich schon oft gegenübergestanden. Doch obwohl Sempach von stets engen Kämpfen spricht, sieht seine Bilanz positiv aus. Wenger konnte einzig 2009 am «Emmentalischen» sowie 2013 am «Kantonalen» reüssieren. Alle weiteren Kämpfe endeten gestellt oder mit Siegen Sempachs.

Der Alchenstorfer wiederholte so seinen Festsieg aus dem Vorjahr. Dabei war er in den letzten Tagen noch angeschlagen. Wegen einer Fussverletzung hatte er vor einer Woche auf die Teilnahme am «Mittelländischen» verzichtet. «Heute hat mich die Blessur kaum behindert.» Dennoch ist nicht sicher, ob Sempach am nächsten Sonntag in Grindelwald am «Oberländischen» dabei sein wird. «Ich werde mich am Montag oder Dienstag entscheiden.»

Die Berner dürfen auch als Team zufrieden sein. Noch ist nicht vergessen, dass in Plaffeien vor zwei Jahren mit Joel Wicki und Adrian Steinauer zwei Innerschweizer im Schlussgang standen – und den Bernern den Festsieg «stahlen». Dieses Mal waren erneut die Innerschweizer im Freiburgerland zu Gast, und sie ärgerten die Berner erneut. Im ersten Gang tauchten nebst Sempach auch Bernhard Kämpf (gegen Benj von Ah) sowie Philipp Reusser (Marcel Bieri). Erst im weiteren Verlauf bäumten sich die Berner auf.

Am Ende gewannen sie 8 Kränze, die Innerschweizer 6. Ein Eichenlaub konnten die Südwestschweizer durch Steven Moser er­gattern. Ein wunderschöner Sommertag liess damit fast nur strahlende Gesichter zurück. Einzig Kilian Wenger dürfte sich noch etwas geärgert haben. Der 27-Jährige muss sich weiter auf den ersten Saisonsieg gedulden. Obwohl er praktisch den ganzen Tag zuoberst auf der Rangliste aufgeführt war. Abgerechnet wird eben erst am Abend.

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