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Aniya Seki verteidigt ihren Silbergürtel

Aniya Seki kann ihren WBC-Silbergürtel behalten. Gegen die Ungarin Kleopatra Tolnai setzte sich die Bernerin einstimmig nach Punkten durch.

Aniya Seki gewann am Samstagabend den Kampf gegen die 17 Jahre jüngere Ungarin Kleopatra Tolnai
Aniya Seki gewann am Samstagabend den Kampf gegen die 17 Jahre jüngere Ungarin Kleopatra Tolnai
Manuel Lopez
Vier Minuten nach Mitternacht stand Seki endlich als Siegerin fest.
Vier Minuten nach Mitternacht stand Seki endlich als Siegerin fest.
Manuel Lopez
Noch im Juni hatte sie eine Fussverletzung zum kurzfristigen Forfait gezwungen.
Noch im Juni hatte sie eine Fussverletzung zum kurzfristigen Forfait gezwungen.
Manuel Lopez
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Vier Minuten nach Mitternacht ist es so weit. Aniya Seki hebt die Fäuste nach oben. Sie winkt ins Publikum und lächelt, denn in diesem Moment weiss sie: Die harte Arbeit der letzten Monate, das stundenlange Schuften im Boxkeller mit Trainer Bruno Arati - es hat sich gelohnt. Die 38-Jährige hat die gut 17 Jahre jüngere Kleopatra Tolnai nach Punkten besiegt und somit ihren WBC-Silbergürtel erfolgreich verteidigt.

Nach zehn Runden à je zwei Minuten kam jeder der drei Punktrichter zum gleichen Verdikt: 100:90 für die in Japan geborene Bernerin. Seki war von Beginn an bemüht, gegen die Ungarin die Initiative zu übernehmen. Immer wieder durchbrach sie die Deckung Tolnais, die aber ihrerseits einige Angriffe Sekis geschickt konterte und zu Treffern ansetzen konnte. Dennoch hatte die Bernerin stets den Vorteil auf ihrer Seite. Den Vorsprung von vier Punkten nach ebenso vielen Runden hatte sie nach acht Durchgängen verdoppelt, was die Ausgangslage insofern vereinfachte, als ein Sieg der Ungarin bald einmal nur noch durch K. o. möglich gewesen wäre.

Dazu kam es freilich nicht. In den 37 Profikämpfen, die Seki bisher bestritten hat, ist dieses Verdikt erst zweimal gegen sie ausgesprochen worden. Seki blieb während des gesamten Kampfes konzentriert und landete auch mit dem Polster im Rücken mehr Treffer als ihre Gegnerin, die im 27. Kampf die 13. Niederlage hinnehmen musste. Seki wiederum verbesserte ihren Rekord auf 32 Siege.

«Früher fertig machen»

Das Lächeln ist auch ein paar Minuten später noch nicht aus Sekis Gesicht verschwunden, als sie über den Kampf berichtet. Sie habe gut aus der eigenen Deckung heraus angreifen können und immer versucht, die Gegnerin unter Druck zu setzen, sagt Seki. «Das hat gut geklappt». Die Bernerin ist zufrieden, dass es nun endlich geklappt hat mit der Titelverteidigung, dass die Fussverletzung, die sie noch im Juni zum kurzfristigen Forfait gezwungen hatte, sie nicht mehr beeinträchtigt und sie in der Gümliger Mooshalle ohne Probleme über die volle Distanz gehen konnte. Wobei - eigentlich hätte sich Seki das anders vorgestellt.

«Ich hätte gerne früher fertig gemacht», sagt sie. Tolnai erwies sich aber als standhafte Gegnerin, die sich nicht so einfach in die Seile schicken liess. Dass Seki nicht ihren sechsten K.o.-Sieg realisieren konnte, ist aber höchstens eine Randnotiz, die sie nicht mehr lange beschäftigen dürfte und auch nicht sollte. Denn trotz ihres Erfolges hat Seki ihr nächstes Ziel im Blick. Im Oktober nächsten Jahres soll der Gürtel nämlich eine andere Farbe erhalten. Seki will um den WBC-Goldtitel im Bantamgewicht kämpfen. Diesem Ziel ordnet Seki alles unter.

Auch wenn sie am Samstag über die volle Distanz gehen musste und entsprechend müde sei, versäumte es Seki nicht, zu erwähnen, dass sie am nächsten Montagmorgen bereits wieder im Boxkeller schuften werde. Die harte Arbeit soll schliesslich in einem Jahr vergoldet werden.

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