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Ariella Kaeslin greift im Kampf um Medaillen ein

Die Luzernerin steht an den Kunstturn-Weltmeisterschaften in Rotterdam als Sprung-Finalistin fest. Sie nimmt auch im Mehrkampf-Final teil.

Auf Kurs: Ariella Kaeslin ist im Final ihrer Paradedisziplin Sprung dabei.
Auf Kurs: Ariella Kaeslin ist im Final ihrer Paradedisziplin Sprung dabei.
Keystone

Kaeslin belegt im Sprung-Zwischenklassement den 5. Platz. Am Abend stehen nur noch drei Konkurrentinnen im Einsatz, die zwei Sprünge absolvieren und damit für den Gerätefinal vom nächsten Samstag in Frage kommen. Kaeslin kann also nicht mehr aus den ersten acht verdrängt werden. Im Mehrkampf liegt Kaeslin an 10. Stelle. Das Schweizer Team belegtd den 16. Rang.

Kaeslin erwischte keinen guten Start. Ihr erster Sprung, der «Tschussowitina», wurde ihr nicht voll angerechnet, weil sie ihn gebückt statt gestreckt ausgeführt haben soll. Trainer Zoltan Jordanov war mit dem Urteil des Kampfgerichts überhaupt nicht einverstanden, Kaeslin selber sah ihren Sprung kritischer.

Der Schwierigkeitswert sank jedenfalls von 6,3 auf 5,9 Punkte. Im Gegensatz zum WM-Final vor Jahresfrist in London revidierte das Kampfgericht seine Einschätzung dieses Mal nicht. Der Meinungsumschwung hatte Kaeslin damals die WM-Silbermedaille eingebracht.

Gelungene Premiere

Umso besser gelang Kaeslin dafür die Wettkampf-Premiere des «Jurtschenko» mit doppelter Schraube. Kaeslin brachte ihren neuen Zweitsprung sicher zum Stand. Der Poker, das ohne vorgängige Wettkampf-Hauptprobe zu wagen, ist fürs Erste also aufgegangen. Wegen des verpatzten «Tschussowitina» war der Druck noch grösser. Kaeslin bestand die Nervenprobe einmal mehr bravourös.

Die bisher klar stärkste Mehrkämpferin Aliya Mustafina führt auch das Klassement am Sprung an. Die erst 16-jährige Russin turnt noch um 0,5 Punkte schwieriger als Kaeslin und liegt knapp vor der Amerikanerin Alicia Sacramone an der Spitze. Die punktgleichen Jade Fernandes Barbosa (Br) und Jekaterina Kurbatowa (Russ) wurden um 0,03 Punkte besser bewertet als Kaeslin.

Im Rahmen der Erwartungen

Als Team schnitten die Schweizerinnen im Rahmen der Erwartungen ab. Im Zwischenklassement belegten sie den 15. Platz, allerdings war mit Gastgeber Holland noch eine stärkere Nation ausstehend. Rang 14 war ursprünglich das Ziel, nach Verletzungen von Giulia Steingruber und Jessica Diacci in der Vorbereitung musste die Vorgabe aber nach unten angepasst werden. Neben Leaderin Ariella Kaeslin überzeugte insbesondere auch Linda Stämpfli. Nach einem völlig misslungenen EM-Auftritt hatte die Urdorferin noch Rücktrittsgedanken gewälzt. Nun rehabilitierte sie sich mit der besten Vorstellung ihrer internationalen Karriere.

Steingruber und der nur an zwei Geräten eingesetzten Diacci war der Trainingsrückstand anzumerken. Die beiden 16-jährigen schlugen sich aber den Umständen entsprechend gut. Die Ostschweizerin Jennifer Rutz turnte an ihrem ersten Grossanlass ihren aktuellen Möglichkeiten entsprechend. Nicht zufrieden war Zoltan Jordanov einzig mit der Aargauerin Jennifer Senn. Die vier Turnerinnen verfolgen den Rest der WM von der Tribüne aus - als erste Fans ihrer Kollegin Ariella Kaeslin. Der Anschauungsunterricht wird ihnen noch bewusster machen, wie lange der Weg an die Weltspitze noch ist.

si

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