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Auf Augenhöhe

Am Samstag im Penaltyschiessen unterlegen, am Sonntag in der Verlängerung siegreich: Die Wizards Bern-Burgdorf präsentieren sich in der Halbfinalserie gegen den favorisierten Meister Piranha Chur als ebenbürtige Widersacherinnen.

Akrobatisch: Burgdorfs Brigitte Mischler versucht, Churs Goalie Corinne Waldburger zu bezwingen.
Akrobatisch: Burgdorfs Brigitte Mischler versucht, Churs Goalie Corinne Waldburger zu bezwingen.
Marcel Bieri

Bully gewonnen, vier Pässe gespielt, und schon liegt der Ball ein erstes Mal im Netz. Nur gerade sechsundzwanzig Sekunden benötigte Piranha Chur, um am Sonntag im zweiten Spiel in Führung zu gehen.

Das Heimteam aus Burgdorf versuchte, zu reagieren, fand nach dem Fehlstart aber erst nach einer Viertelstunde ins Spiel. Dummerweise lag der Gast aus Chur zu diesem Zeitpunkt bereits mit zwei Treffern voraus.

Stehaufweibchen

Doch die Burgdorferinnen bewiesen an diesem Wochenende gleich doppelt, dass sie mit Rückständen umgehen können. Bereits im Auswärtsspiel am Samstag hatten die Wizards 1:4 zurückgelegen. Innert sechs Minuten vermochte das Team von Radomir Malecek das Geschehen im letzten Drittel auszugleichen. In der Verlängerung liess sich kein Sieger finden. Im Penaltyschiessen behielt jedoch der Zweite der Qualifikation Piranha Chur – nach unglaublichen 22 Penaltys – das glücklichere Händchen für sich.

Obwohl die Bernerinnen auch im Heimspiel am Sonntag mehr als ebenbürtig waren, lagen sie kurz nach Beginn des letzten Drittels mit 2:5 im Hintertreffen. Doch erneut zeigten die Wizards einen starken Schlussabschnitt und egalisierten den Spielstand.

Die Bernerin Simone Wyss meinte später: «Unser Kampfgeist ist enorm wertvoll. Wir geben nie auf!» In der Verlängerung gelang dem Heimteam anschliessend durch Topskorerin Caroline Schürch der verdiente Siegestreffer. «Wir waren phasenweise überlegen, auch konditionell», gab Nationalspielerin Wyss nach Spielende zu verlauten. In der Tat wirkten die Wizards frischer und aggressiver.

In puncto Stocktechnik sind derweil die Bündnerinnen besser. «Durch das hohe Pressing gelingt es den Wizards, Defizite am Stock wettzumachen», sagte die Bernerin Nathalie Spichiger, die seit dieser Saison für Chur aufläuft. Das Spiel werde dadurch hektisch.

Unruhige Wechsel

Burgdorfs Trainer Malecek liess am Sonntag unüblich zwei Verteidigerpaare mit drei Sturmtrios auflaufen. Eine Aufstellung, die an sich für viel Unruhe sorgt. Die Formationen rotieren so ständig.

Den Grund dafür verriet Wyss: «Wir haben momentan nur vier Verteidigerinnen, die die nötige Erfahrung besitzen, einen Playoff-Halbfinal zu bestreiten.» Auf der Gegenseite vertraute Chur-Trainer Mirco Torri auf das traditionelle System. Er forcierte ­seine zwei ersten Linien und brachte die dritte je nach Spiel­situation.

Im letzten Drittel sowie in der Verlängerung spielten sowohl Malecek als auch Torri mit nur zwei Linien. Es darf mit Spannung verfolgt werden, wie die Trainer ihre Teams in den nächsten Partien aufstellen. Eines ist indes klar: Piranha Chur muss nach wie vor auf U-21-Torhüterin Corinne Waldburger zählen. Die beiden Stammgoalies Lara Heini und Livia Hösig fallen weiterhin verletzt aus.

Superfinal greifbar

In der Best-of-five-Serie zwischen den Wizards und Chur steht es damit 1:1. Die Bernerinnen sind noch zwei Siege vom Superfinal entfernt. Falls es so weit käme, dürfte ihnen im Saisonfinal Dietlikon gegenüberstehen. Simone Wyss, an diesem Wochenende dreifache Torschützin, blickt bereits voraus: «In der Serie bezwingen wir Dietlikon nicht, in einer einzigen ­Partie haben wir aber unsere Chancen.»

Mit Chur spielen die Wizards derweil mindestens auf Augenhöhe. Der Superfinal ist in greifbare Nähe gerückt.

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