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Auf tiefer See

Die ambitionierten Berner Oberländerinnen Linda Fahrni und Maja Siegenthaler machen sich in Japan mit den dortigen Bedingungen vertraut – im Hinblick auf Olympia 2020.

Dynamisch und erfolgreich: Linda Fahrni (rechts) und Maja Siegenthaler segeln in der steilen Bucht Enoshimas auf Rang 5.
Dynamisch und erfolgreich: Linda Fahrni (rechts) und Maja Siegenthaler segeln in der steilen Bucht Enoshimas auf Rang 5.
Bogee / Sailing Academy GC / zvg

Man kann dem Verband nicht vorwerfen, er arbeite unprofessionell. Im August 2020 werden in Enoshima südlich Tokios die olympischen Regatten stattfinden. Das Team Swiss Sailing hat die Vorbereitungen längst aufgenommen. Die Verantwortlichen führen Messungen durch, sie analysieren Wind, Meer, Wetter, Strömungen. Es gilt, den Athleten beste Voraussetzungen zu bieten, damit sie in 33 Monaten um Medaillen segeln können.

Mitte Oktober reisten die aussichtsreichsten Schweizer nach Asien. Sie machten sich ein Bild von Kultur und Bedingungen und massen sich mit der Konkurrenz – zunächst im Rahmen des Weltcups, später im Hafen Enoshimas in der sogenannten Olympic Week.

Die Spiezerinnen Linda Fahrni und Maja Siegenthaler klassierten sich auf den Rängen 4 und 5. Siegenthaler lächelt, als sie mit den Ergebnissen konfrontiert wird, sagt, zumindest im zweiten Bewerb sei die Platzierung sekundär gewesen, sie könne sich noch nicht mal an das Resultat erinnern. «Wir wollten primär Eindrücke sammeln und technisch sauber segeln», sagt die in Basel lebende Studentin.

Wenngleich das Abschneiden nicht im Vordergrund gestanden sei, sei es ein weiterer Beweis dafür, dass sie und ihre Mitstreiterin der Spitze näher gerückt seien, erzählt die 24-Jährige.

Im Sommer 2016 hatten die Berner Oberländerinnen erstmals an Olympischen Spielen teilgenommen, sie belegten im brasilianischen Rio den 14. Rang. Bei der nächsten Austragung soll ein Diplom her; eine Platzierung unter den Top 8 ist das Ziel.

Der Kurs stimmt. Die beiden blicken auf eine Saison zurück, mit der sie sehr zufrieden sind. «Wir waren zunächst in Rückstand, nachdem wir uns eine Auszeit von neun Monaten genommen hatten», sagt Siegenthaler, «aber wir segelten rasch wieder, wie wir uns dies vorstellen.»

Anlegen vor Aarhus

Trainieren werden die Mitglieder des Thunersee-Yachtclubs während der Wintermonate in Portugal. Die ersten Bewerbe im neuen Jahr werden in Miami, Florida, über die Bühne gehen. Höhepunkt der nächsten Saison ist die WM im dänischen Aarhus. Die Bernerinnen möchten sich dort einen Platz für Tokio sichern. Siegenthaler spricht von der ersten und besten Gelegenheit, ein Ticket zu ergattern.

Mit den Verhältnissen in Eno­shima sind die Spiezerinnen vertraut. Die Bucht sei sehr steil, sagt Siegenthaler, die Organisatoren der Regatta hätten die Bojen nur mit Mühe verankern können, so tief sei das Gewässer. Die japanische Kultur halte viele Dinge bereit, an welche sie sich erst gewöhnen müsse, erzählt sie. Die wesentlichen Elemente seien in Asien aber nicht anders. «Wasser ist auch hier nass», sagt sie schmunzelnd.

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