Sand im Getriebe

Der BSC Thun blickt sportlich auf eine gelungene Saison zurück. Neben dem Platz bekundet der Beachsoccer-Verein allerdings Mühe damit, neue Spieler und Sponsoren zu akquirieren.

Sehenswerte Aktionen beim Spiel zwischen dem BSC Thun (rot) und den Winti Panthers. Foto: Markus Grunder

Sehenswerte Aktionen beim Spiel zwischen dem BSC Thun (rot) und den Winti Panthers. Foto: Markus Grunder

Marco Spycher

Der BSC Thun hat am Meisterschaftsfinale in Spiez die Winti Panthers bezwungen und damit den fünften Rang in der Swiss Beach Soccer League sichergestellt. «Ich bin sehr zufrieden», bilanziert Severin Eggenschwiler, Torhüter, Teil des Trainertrios und Mitglied des Vorstands bei den Berner Oberländern.

Dass der BSC Thun überhaupt in der obersten Spielklasse mittun kann, ist nicht selbstverständlich. Der Schweizer Beach­soccer erlebt ein regelrechtes Vereinssterben. 2010 gab es noch dreissig wettbewerbsfähige Männerteams, heute sind es noch deren elf. Wegen fehlender Mannschaften wurde letztes Jahr der Spielbetrieb in der zweithöchsten Liga eingestellt. «Dank unserer klar strukturierten Führung können wir überhaupt überleben», meint Eggenschwiler.

Der BSC Thun wurde 2003 gegründet und ist damit der älteste Verein in der Swiss Beach Soccer League. Er umfasst 25 Mitglieder, von 18 bis 48 Jahren. Das Beispiel von Thun zeigt: Beach­soccer kann auch nach 40 noch ausgeübt werden. Es zeigt aber auch, dass man auf die älteren Spieler angewiesen ist. «In den Trainings während den Sommerferien haben wir oft nicht einmal genug Spieler, um einen Match bestreiten zu bestreiten.»

Das könnte auch daran liegen, dass die Thuner stark auf Spieler aus der Region angewiesen sind. Nationalspieler oder Akteure mit ausländischer Lizenz gibt es nicht im Kader des BSC: «Sie sind schlicht zu teuer», sagt Eggenschwiler und ergänzt: «es würde aber auch nicht unserer Philosophie entsprechen.» Er ist überzeugt, dass man das Optimum aus den Möglichkeiten rausholt.

Einsatz und Freude

Trotzdem zittert sich der Traditionsverein von Saison zu Saison. Auch im Hinblick auf nächstes Jahr ist noch nicht sicher, ob man in die Meisterschaft starten kann. «Im Moment sieht es gut aus», sagt Eggenschwiler. Aber es sei schwierig, Sponsoren zu finden. Und es werde immer schwieriger, Leute für die Randsportart zu begeistern.

«Es braucht von jedem Spieler Einsatz, auf und neben dem Sandplatz. Bei uns muss man bereit sein, sich auch im Club zu engagieren», meint Eggenschwiler. Geld erhält ein Spieler dafür nicht, vielmehr zahlt er gar einen Mitgliederbeitrag. «Man muss definitiv Freude an der Sache haben», erzählt Eggenschwiler.

Freude hat der 31-Jährige an einer Änderung, die auf die letzte Saison hin in Kraft trat. Neu finden zwei Spiele an einem Tag statt, nicht so wie früher, als die Teams an beiden Wochenendtagen je einen Match absolvierten. Das ermöglicht den Fussballern am selben Wochenende einen Einsatz auf Rasen wie auch auf Sand – je nach Konstellation.

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